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Rheinberg
Budberg erlebt einen Boom der Blutspender

Rheinberg: Budberg erlebt einen Boom der Blutspender
Im Budberger Pfarrheim waren die Liegen an den Abnahmestellen ständig belegt. Gut 100 Menschen ließen sich einen halben Liter Blut abnehmen. FOTO: A. Fischer
Rheinberg. DRK-Stadtverband Rheinberg bietet zehn Blutspendetermine pro Jahr an. Rund 900 Menschen folgen jährlich dem Aufruf, Leben zu retten. Von Sabine Hannemann

Für Rolf Kuhlmann ist das Blutspenden in Budberg selbstverständlich. "Dienst am Nächsten", sagt der 68-Jährige, der mit seinem jüngsten Aderlass eine seltene Marke Grenze geknackt hat. Angefangen hat er als 18-Jähriger. Zum 150. Mal hat er jetzt Blut gespendet. Auch Heinrich Kempken gehört zu dem Kreis der regelmäßigen Spender.

Der 55-jährige Budberger weist auf den solidarischen Gedanken hin. "Mein Blut hilft anderen und wird helfen, wenn ich mal in die Situation kommen sollte", sagt Kempken. Ihm hat der Hausarzt das Blutspenden empfohlen. "Der Körper gewöhnt sich daran", so Kempken. Außerdem sei der Blutspendetermin im Nachgang durchaus gesellig. Bei Brötchen, Kaffee, Obst und Schokolade zur Stärkung "treffe ich häufig Kollegen", so der Budberger.

Im Pfarrheim hat sich bereits eine Schlange gebildet, die vom Fachpersonal empfangen wird, um zunächst die Formalitäten zu klären. Zwei Ärzte sind im Einsatz, alle Liegen sind belegt. Franz Brucksch, Vorstand des DRK-Stadtverbandes, ist zufrieden, auch wenn sommerliche Temperaturen für einen schleppenden Start sorgen.

Zehn Termine, je vier in Rheinberg und Budberg und zwei in Alpsray, werden pro Jahr angeboten. Rund 100 Menschen sind es zum Schluss in Budberg geworden. "Im Schnitt haben wir pro Jahr insgesamt gut 900 Spender. Damit sind wir in Rheinberg zufrieden", so Brucksch.

Rund 45 Minuten, inklusive Stärkung und Betreuung durch die DRK-Ehrenamtler, dauert der gesamte Vorgang pro Spender. Brucksch ist die Zeit nach der Blutentnahme wichtig: "Die Zeit danach sollte man dem Körper gönnen. Immerhin wurde ein halber Liter abgezapft."

Von einem Engpass an Spendern ist in Rheinberg nichts zu spüren. Anders als in Ballungsgebieten und Großstädten, wo mit Ferienbeginn das Blut knapp wird. Kritisch deshalb, weil mit den Ferien die Zahl der Unfallopfer steigt und die Versorgung von Patienten mit Blut und Blutpräparaten im normalem Klinikbetrieb weiterläuft.

Der kostbare Lebenssaft ist noch nicht künstlich herstellbar. "Wir sind auf freiwillige Spender angewiesen, die damit Leben retten", sagt Ado Blaschke vom DRK-Team. Rückschläge gebe es auch. "Wenn im Fernsehen negativ berichtet, merken wir das sofort", so Blaschke.

Galt bis vor Jahren eine Altersbegrenzung bis zum 65. Lebensjahr, ist heute davon keine Rede mehr. Jeder kann nach eigenem Wohlbefinden und in Absprache mit dem Hausarzt Blut spenden. Brucksch: "Wir haben Spender, die über 70 sind und regelmäßig kommen." Der Abstand zwischen zwei Blutspendeterminen wurde auf 56 Tage verkürzt.

Für Rolf Kuhlmann hat Blutspenden auch einen persönlichen Vorteil. "Sollte irgendetwas mit meinen Blutwerten nicht in Ordnung sein, bekomme ich umgehend von meinem Hausarzt Nachricht."

Quelle: RP
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