| 00.00 Uhr

Rheinberg
Budberger neuer Chef im Flüchtlingsheim

Rheinberg: Budberger neuer Chef im Flüchtlingsheim
Zuhören ist wichtig: Daniel Peetz (Mitte) und die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes haben ein offenes Ohr für die Bewohner in der Unterbringungseinrichtung Herongen. FOTO: Markus van Offern
Rheinberg. Seit wenigen Wochen leitet Daniel Peetz (33) die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Herongen. Im Schullandheim ist Platz für 150 Bewohner. Als Trainer hat der Ex-Soldat zuletzt die Budberger Fußball-Damen zum Aufstieg geführt. Von Christian Cadel

Idyllisch liegt das Heronger "Dr.-Isidor-Hirschfelder-Schullandheim" zwischen Wiesen, Äckern und Feldern. Seit einem Jahr bereits wird es als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge genutzt. Zuletzt war die Stelle des Leiters mehrere Wochen vakant. Die Geschicke wurden vorübergehend von der "Via Stenden" in Kerken und den eigenen Mitarbeitern geregelt. Nun hat die Heronger Einrichtung wieder einen eigenen "Chef". Der kommt aus Budberg.

Seit wenigen Wochen leitet Daniel Peetz die Flüchtlingseinrichtung in Herongen. Eine große Herausforderung, wie der 33-jährige Budberger findet. "Aber selbst wenn ein Tag mal länger wird, schlaucht es mich nicht, weil mir die Arbeit Spaß macht und ich mit viel Herz zu Werke gehen kann", sagt er. Rund 150 Flüchtlinge könne die ZUE aufnehmen. Damit befände man sich an der Aufnahmegrenze.

"Die für Flüchtlingsfragen in NRW zuständige Bezirksregierung Arnsberg hat das Deutsche Rote Kreuz beauftragt, die beiden Einrichtungen in Stenden und Herongen zu betreiben", erklärt Peetz und ergänzt: "In NRW kommen die Flüchtlinge in der Regel in Köln oder Dortmund an. Wir als ZUE sind eher eine Zwischenstation. Die Bewohner bleiben nur drei bis sieben Tage und erhalten dann ihre Zuweisung für die einzelnen kommunalen Einrichtungen."

Das sei schon eine enorme Betreuungsherausforderung. Alles sei sehr schnelllebig, man könne nur kurzfristig planen. "Wir haben hier aber ein engagiertes Team, das tolle Arbeit leistet. Dafür muss man mal Danke sagen", findet der ZUE-Leiter. Zu 13 Sozialbetreuern, die meist die Landessprachen der Bewohner sprechen, kommt Sicherheits-, Hauswirtschafts- und Verwaltungspersonal. Auch Sanitäter und ein ständiger Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg arbeiten in Herongen. Dass Peetz irgendwann mal eine solche Aufgabe übernehmen würde, hätte er sich vorher auch nicht vorstellen können. Zuvor war er 13 Jahre lang Soldat, unter anderem Adjutant eines Generals.

Die Erfahrungen, die er dort gemacht hat, könne er aber gut in seine neue Aufgabe für das DRK einbringen. "Ich hatte damals schon viel Kontakt mit Verbänden. Strukturen zu schaffen, hat mir schon geholfen", sagt er.

Strukturiert wird der Alltag der Bewohner durch drei feste Mahlzeiten. Zusätzlich versucht das Team, Angebote zu schaffen, um für Abwechslung zu sorgen. Das reicht von Sport über Sprachkurse bis hin zu Ausflügen wie zur Heronger Kirmes. "Das DRK arbeitet mit einem Säulenprogramm - Sport, Bildung und Begegnung. Wichtig ist, dass wir den Bewohnern zuhören."

Zwar liege die Einrichtung ziemlich weit ab vom Schuss, dennoch hätten Bewohner die Möglichkeit, auch mit Bürgern in Kontakt zu treten. Negative Erfahrungen habe noch niemand gemacht - im Gegenteil. "Wir spüren, dass die Heronger unsere Bewohner willkommen heißen. Wir erhalten viel Unterstützung und haben durch Spenden immer eine gut gefüllte Kleiderkammer. Das ist wirklich lobenswert."

Wenn der frischgebackene Familienvater Peetz Feierabend hat, schaltet er häufig beim Fußball ab. Vor Kurzem war er noch Trainer des Frauenfußball-Teams des SV Budberg und führte es zum Regionalliga-Aufstieg. In Zukunft will er sich wieder aktiv im Verein engagieren, dann aber eher im Jugendbereich.

Peetz glaubt, dass der Strom der Hilfesuchenden nicht so schnell abreißen wird. "Die Kommunen stoßen aber derzeit an ihre Grenzen. Deshalb sind schnelle Lösungen dringend notwendig", sagt er.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Budberger neuer Chef im Flüchtlingsheim


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.