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Rheinberg
Budberger Schützen verbreiten Zuversicht

Rheinberg: Budberger Schützen verbreiten Zuversicht
Schießmeister Herbert Biedermann gibt Susi Somberg vor dem Schuss Tipps, wie sie den Vogel am besten treffen kann. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Dem Verein gelang es beim Kaiserschießen, auch Nicht-Mitglieder für die Tradition zu begeistern. Von Peter Gottschlich

Als sich im August vergangenen Jahres niemand fand, der auf den Vogel schießen wollte, um König zu werden, steckte der Bürgerschützenverein Budberg in einer Krise, selbst wenn niemand dieses Wort in den Mund nehmen wollte. Beim Kaiserschießen am Samstag zeigte sich, dass auch eine Krise ihre guten Seiten hat. Denn der BSV Budberg richtete sich neu aus, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Dazu herrscht im Verein eine Aufbruchstimmung.

"Unser Ziel ist es, die Dorfgemeinschaft zu fördern", gibt Thorsten Fess die Richtung an. "Wir wollen den Budbergern etwas bieten." Seit dem Herbst 2014 ist er BSV-Geschäftsführer. Damals gab es einen Altersschnitt im Vorstand. Achim Lorenz wurde neuer Vorsitzender. Außerdem legen die BSV-Schützen seitdem neben dem Schießen einen zweiten Schwerpunkt auf traditionelle Feste. Am Ostersamstag luden zu einem Osterfeuer ein, das auch von vielen Budbergern besucht wurde, die nicht Mitglied im Verein sind. "In Budberg gibt es viele Zugezogene, die wir ins Dorfleben einbinden wollen", sagt der Vorsitzende. Auch zum Maifest kamen viele Nicht-Mitglieder. Dort lockten man mit einem Angebot für Familien. Das war erfolgreich. "Im Frühjahr ist die Mitgliederzahl um zehn Prozent gestiegen", berichtet Thorsten Fess. "Jetzt sind es 210." Meistens treten Budberger im Alter zwischen 20 und 40 Jahren ein. Zum Kaiserscheißen am Samstag setzten die BSV-Schützen wieder auf eine Kombination aus Traditionsfeier und Familienfest. Sie traten am Marienplatz an, zogen zum amtierenden Kaiser Klaus Reißberg und dann zur Schützenhalle. Es gab Angebote für Kinder, außerdem konnten alle auf die Preise des Vogels schießen. Passend dazu gewann ein Nicht-Mitglied den ersten Preis. Yannik Frind holte die Reste des linken Flügels herunter. Er kann jetzt kostenlos für ein Jahr Mitglied im BSV werden. Die anderen Preise schossen Vereinsmitglieder ab: Martin Maas den rechten Flügel und den Reichsapfel, Thorsten Meininghaus das Zepter und Angela Böhmert die Krone. Kaiser wurde Joachim Sy.

Nach dem Kaiserschießen, das zuletzt 2009 ausgetragen worden war, blicken die BSV-Schützen bereits auf das nächste Jahr. Mitte August wollen sie zu einem Königsschießen einladen, dem Ende August ein Schützenfest folgen soll. Dann dürfte es wieder einen Thron geben. "Wir wissen jetzt schon von zwei Gruppen, die König und Minister stellen wollen", sagt Achim Lorenz. "Darauf freuen wir uns."

Die Neuorientierung ist für ihn noch nicht abgeschlossen. So will der BSV Bürger, Gruppen und Vereine einladen in einem Ideenwettbewerb, Vorstellungen von Budberg und dem BSV für das Jahr 2025 zu entwickeln. "Wir haben noch einen langen Weg zu gehen", sagt Thorsten Fess.

Quelle: RP
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