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Rheinberg
Bürgerinitiative ist empört über das OK für Windrad Nummer 7

Rheinberg. Dietmar Pucher von der Bürgerinitiative gegen Windriesen in Meerfeld/Ginderichswardt hat für die Entscheidung der Behörden, grünes Licht für den Bau des Windrades Nr. 7 auf der Stadtgrenze zwischen Wesel und Rheinberg zu geben, nur ein Wort: "Geschacher." Die Behörden hätten ihr Okay für die Windmühle im Vorhof des Salzbergwerkes Esco erteilt, während auf Weseler Seite das beantragte Windrad Nr. 5 desselben Investors vorläufig auf Eis gelegt worden sei. Wie berichtet, wollen die Fachbehörden zunächst prüfen, ob hier, wie Kritiker behaupten, durch die Rotoren von Nr. 7 eine Barriere für Wildgänse entsteht. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten den Weg für Nr. 5 freimachen oder eben für immer blockieren.

Pucher bedauert den aktuellen Bau des Windriesen: "Aufgrund der Nähe zu den Wohnhäusern hätte keine der Anlagen gebaut werden dürfen." Für Nr. 7 führt Pucher "erhebliche Schallimmissionsvorbelastungen" an. Schon vor Jahren habe die Obere Bergbehörde nächtliche Lärmwerte von 45 dB/(A) festgestellt, verursacht vom Salzbergwerk. Daher habe der Anlagenbetreiber, so Pucher weiter, nur einen schallreduzierten Betrieb beantragt. Nr. 7 dürfe nachts geschätzt nur 17 Prozent seiner möglichen Leistung erzeugen. Der Kritiker geht davon aus, dass in der Summe der Lärmverursacher der nächtliche Grenzwert von 45dB(A), rechnerisch um 0,9 Punkte "deutlich überschritten" werde. Er verweist auf eine Forderung aus dem Rheinberger Stadthaus, die Richtwerte ohne Toleranz "strikt einzuhalten".

Darüber habe sich der Kreis "offensichtlich hinweggesetzt". Auch ein nistendes Wanderfalkenpaar unweit der nun im Bau befindlichen Anlage sei für den Kreis kein Grund gewesen, den Bau des Windriesen zu untersagen. Pucher zitiert aus der Baugenehmigung die Vorschrift, dass das Windrad zwischen dem Juli und dem September von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang abgeschaltet werden muss, sobald die Quecksilbersäule über zehn Grad steigt und weniger als 5,5 Meter pro Sekunde nur noch ein laues Lüftchen weht - zum Schutz von Fledermäusen.

Pucher warnt Investoren, die Geld in die Anlage Nr. 7 stecken wollen, vor Renditeeinbußen durch die Restriktionen. Sollte sich das Vier-Millionen-Euro-Invest rechnen, so Puchers Polemik, "kann es nur an der viel zu hohen und von allen bezahlten Einspeisevergütung liegen".

Unterdessen kritisiert der CDU-Ortsverband Büderich, dass die Lkw, die täglich die tonnenschweren Betonelemente für den Pfeiler der Anlage liefern, Schäden an den Wirtschaftswegen im Meerfeld verursachen.

(bp)
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