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Rheinberg
Kandidaten haben volles Haus bei der RP

Bürgermeister-Kandidaten aus Rheinberg haben volles Haus bei der RP
Die Stühle im Saal des Kamper Hof reichten nicht aus, viele Besucher mussten stehen. Es kamen 300 Interessierte. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Gestern Abend hörten sich mehr als 300 Rheinberger im Kamper Hof an, wie die fünf Bewerber das Bürgermeisteramt ausfüllen wollen. In der lebhaften zweistündigen Diskussion stellten die Besucher auch eigene Fragen. Von Heinz Kühnen

Die Wahlen stehen kurz vor der Tür. Und die Kandidaten für das Rheinberger Bürgermeisteramt sind inzwischen allgegenwärtig. So jedenfalls, dass der von der Rheinischen Post initiierte gemeinsame Auftritt des Quintetts gestern Abend die Kapazitäten des großen Saals des Kamper Hofes sprengte. Ein nicht unerheblicher Teil der weit über 300 Gäste musste die von RP-Redakteur Uwe Plien geleitete Podiumsdiskussion stehend im Vorraum verfolgen.

Auf der Bühne ging es sachlich zu. Und in einigen Kernthemen gab es auch - weitgehende - Übereinstimmungen. Sowohl Peter Makros (Grüne) als auch Rosemarie Kaltenbach (SPD) als auch die parteilosen Ulrich Hecker und Jürgen Rützel und der ebenfalls parteilose, aber von der CDU unterstützte Kandidat Frank Tatzel wollen in Zukunft eins besser machen. Die Informationspolitik der Stadt müsse intensiviert werden, forderten die Kandidaten, wobei Mokros gar mit Ausnahme von Personalangelegenheiten und "Nachrichten, die Panik verbreiten könnten", alles öffentlich machen möchte. Was ihn zumindest in diesem Punkt auf irgendeine Weise mit Jürgen Rützel verband. Der will in jeder Hinsicht (und das wiederholte er in jeder angesprochenen Problematik) möglichst jeden Bürger einbeziehen, hätte dann allerdings, wie er erklärte auch keine Zeit mehr, ein Dezernentenamt in der Verwaltung zu übernehmen. Was seine Widersacher auf keinen Fall tun würden - nicht nur wegen der Kosten (bis zu 100 000 Euro im Jahr), sondern auch weil sie sich alle in bestimmte Geschäfte der Verwaltung einbringen wollen. Wobei das Thema Personalabbau im Rathaus aus Kostengründen kaum in Frage komme. Lediglich Bänker Tatzel sprach da "aus Erfahrung mit der Wirtschaft durchaus von Möglichkeiten. Tatzel war es auch, der sich als einziger gegen die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Orsoy aussprach - aber auch nur deshalb, weil Hunderte von Flüchtlingen in diesem Ort nicht möglich seien. Im Grundsatz, so die Kandidaten übereinstimmend, müsse den Menschen geholfen werden. Und die Rheinberger müssten sich darauf einstellen, dass auch andere Unterbringungsmöglichkeiten herangezogen werden müssten - in allen Stadtteilen und auch in der Innenstadt.

Ehrlichkeit auch bei der Haushaltslage: "Alles muss unter die Lupe" (Tatzel), "Wir werden Abstriche machen müssen" (Hecker), "Alles muss auf den Prüfstand (Kaltenbach) und "Auf uns kommen enorme Kosten zu" (Mokros). Will heißen: An Steuer- und Beitragserhöhungen wird die Stadt etwa wegen steigender Umlagen, der Unterbringungsfrage, der Kosten für die Inclusion an Schulen und zum Beispiel "nicht deckender Beiträge für die Kindertagesstätten" (Hecker) nicht vorbeikommen. Mokros mahnte allerdings an, auf die Schließung von Schwimmbad, Sportplätzen und Bibliotheken zu verzichten: "Wir verschleudern unser Tafelsilber" und "Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Bürger und die Gewerbebetriebe nicht verlieren", erklärte Rosemarie Kaltenbach.

Weitgehende Einigkeit gab es auch in Bezug auf die notwendige Verstärkung der städtischen Unterstützung des ehrenamtlichen Einsatzes für die Flüchtlinge und Asylbewerber und die Kulturförderung. Sie könne unter anderem dazu beitragen, mehr Leben und damit auch mehr Käufer in die Innenstadt zu holen. Dabei, so Kaltenbach und Tatzel, könne die Stadt durchaus auch bei der Koordination der tatsächlich mannigfaltigen Inititiativen tätig werden. Auch wie sich die Kandidaten mit durchaus unterschiedlichem Erfolg bei ad-hoc-Reden schlugen, testete Moderator Uwe Plien. Bei der "fiesen Schlussfrage" gab es Ausreißer: Wer denn wen von den anderen wählen würde? Mokros und Hecker nannten Rützel (wegen der Bürgerbeteiligung), der wiederum seine Befürworter. Tatzel und Kaltenbach spielten nicht mit.

Quelle: RP
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