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Alpen
Bürgermeister wehrt sich

Alpen. Flüchtlingsheim an Ulrichstraße: Thomas Ahls kontert FDP-Fraktionschef. Von Bernfried Paus

Ein der, der nicht da war, spielte gestern Abend im Bauausschuss eine Hauptrolle. Dabei wurde deutlich, dass Bürgermeister Thomas Ahls und FDP-Fraktionschef Thomas Hommen kaum noch Freunde werden. Der Bürgermeister verwahrte sich gegen die Unterstellung aus dem FDP-Lager, dass er über den Standort für Flüchtlinge an der Ulrichstraße lange nicht die Wahrheit gesagt habe. Obwohl er den Namen seines Widersachers nicht einmal nannte, war allen klar, dass er Thomas Hommen meinte.

Der hatte Ahls wegen der Vorlage zu den Bauplänen an der Ulrichstraße "plötzlichen Sinneswandel" vorgehalten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, planerisch den Weg frei zu machen, die 25 Jahre alten, kaum noch zumutbaren Container möglichst schnell durch ein festes Gebäude für knapp 50 Flüchtlinge zu ersetzen (RP berichtete).

Hommen beansprucht diesen Gedanken für sich und hatte behauptet, dass Ahls die Idee der FDP noch vor Monaten "vom Tisch gewischt" habe. Diese Behauptungen hätten ihn "geärgert", so Ahls, der sichtlich genervt schien. Er machte deutlich, dass er sich im Gespräch mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) mächtig ins Zeug gelegt habe, um grünes Licht zur Änderung des Flächennutzungsplans zu erwirken. Die sei Voraussetzung dafür, dass hier ein gemauertes Gebäude - baugleich mit der geplanten Unterkunft im Baugebiet Ost - für Flüchtlinge genehmigt werden kann.

Der RVR habe zunächst auf der Bremse gestanden, so Ahls gestern. Grund: Mit Abstand zum Dorf soll "ein neuer Siedlungsansatz" mit dauerhaftem Wohnpotenzial verhindert werden. In einem halbstündigen Telefonat, so berichtete der Bürgermeister, habe er aber den RVR-Verantwortlichen überzeugen können, dass hier lediglich ein seit 25 Jahren bestehender Standort baulich auf akzeptablen Stand gebracht werden soll. Der Kompromiss laute: Ausweisung als Sondergebiet, beschränkt auf die Unterbringung von Flüchtlingen. Er sei "froh über die Lösung".

Die Grünen beantragten, auch alternative Standorte zu prüfen. Selbst der "Schützenplatz darf keine heilige Kuh sein", so Grünen-Sprecher Willi Schellen. Die Mehrheit folgte. FDP-Mann Stephan Gest-huysen findet den Standort Ulrichstraße richtig. Das wird Bürgermeister Thomas Ahls kaum davon abhalten, darüber nachzudenken, wie er sich künftig persönlich zum FDP-Fraktionschef stellt. Es war nicht das erste Mal, dass der ihn wenig fundiert angegangen war.

Quelle: RP
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