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Rheinberg
Bushaltestellen als Chance für die City

Rheinberg: Bushaltestellen als Chance für die City
Die Genossen schlagen vor, die Bushaltestellen architektonisch aufzuwerten und städtebaulich attraktiv ins Umfeld einzufügen. Gleichzeitig soll ein Hochbord Fahrgästen beim Ein- und Aussteigen Barrierefreiheit sichern. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. SPD-Fraktion präsentiert eigene Vorschläge für die Neugestaltung von Holz- und Fischmarkt: sparsam und attraktiv. Von Bernfried Paus

Bei der Umgestaltung von Holz- und Fischmarkt strebt die SPD einen Spagat an. Die Genossen machen einen Vorschlag, der den Stadtsäckel und die Geldbeutel der Anwohner nicht überstrapaziert und zugleich den Anspruch formuliert, dass die Innenstadt städtebaulich aufgewertet und die Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert wird. "Holz- und Fischmarkt sollen ein echtes Highlight werden", fasste gestern Fraktionschef Jürgen Madry das Ergebnis der Expertenkommission seiner Partei zusammen.

Die Genossen ließen sich von zwei Grundüberlegungen leiten: Zum einen griffen sie die Anregungen aus der Bürgerversammlung auf, die Belastungen in der Bauphase so gering wie möglich zu halten und dafür zu sorgen, dass Anliegerbeiträge möglichst entfallen. Gleichzeitig rücken die SPD-Experten die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität ins Blickfeld. Die seien in den Alternativen des Planers Reinders bislang zu wenig berücksichtigt worden, findet Klaus Lorenz, als Sachkundiger Bürger lange Zeit Mitglied im Bau- und Planungsausschuss.

Lorenz kritisiert das Büro Reinders, weil es dem Wert des Busverkehrs im Stadtkern zu wenig Beachtung schenke. Der messe wie manche Geschäftsleute den Bussen als "Frequenzbringer" für die Innenstadt zu wenig Bedeutung zu. Rund 2500 Menschen würden täglich zwischen Holz- und Fischmarkt ein- und aussteigen - mindestens so viele, wie mit dem Auto kämen. Allein das spreche dafür, die Bushaltestellen gestalterisch aufzuwerten und städtebaulich ins historische Umfeld einzufügen. Hier sei der Planer gefordert.

Die SPD-Vordenker verfolgen die Idee, die Haltestellen mit einer "architektonisch anspruchsvollen" Überdachung zu versehen, die sich gestalterisch am Lindenplatz orientiert. Vier Pfeiler fürs transparente Dach sollen die Aufstellung der Linden aufgreifen. Doch nicht nur die Optik ist den Genossen ein echtes Anliegen. Sie fordern die Ausrichtung der Haltestellen an den gesetzlichen Vorgaben zur Integration von bewegungseingeschränkten Menschen. Bis 2022 müsse nach dem Personenförderungsgesetz der öffentliche Nahverkehr barrierefreisein, so Lorenz: "Dann wäre es doch ein Schildbürgerstreich, wenn wir dieses Ziel hier nicht in Angriff nehmen würden."

Die SPD-Planer wollen zwar auf tiefliegende Buskaps verzichten. Sie plädieren dagegen für einen 18 Zentimeter hohen Bordstein, der im Zusammenspiel mit der Bustechnik problemloses Ein- und Aussteigen ermögliche. Der Bordstein sei zwar für querende Fußgänger ein Hindernis. Doch nach ein paar Metern würde sich das Hochbord, das mit einer Leuchtkante optischen Pfiff erhalten könnte, wieder absenken.

Die Fahrbahn zwischen den Haltestellen könne mit "veredeltem Asphalt" versehen werden. Grundsätzlich soll das rote Pflaster möglichst liegen bleiben wie das Klinkerband als optische Einfassung. Das sichere in der Bauzeit den Zugang zu den Geschäften, senke die Kosten und minimiere mögliche Anliegerbeiträge. Die Einbeziehung der Underbergstraße in die Fischmarkt-Gestaltung lehnt die SPD ab.

Quelle: RP
 
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