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Alpen
CDU-Plädoyer für die Sekundarschule

Alpen. Sascha van Beek, frisch gekürter Parteichef, appelliert an Schulministerin, auch nur zwei Eingangsklassen zuzulassen. Von Bernfried Paus

Drei Tage vor der schulpolitischen Wegmarke legt sich die CDU Alpen mächtig ins Zeug für die Sekundarschule. In einem Appell an NRW-Schulministerin Löhrmann fordert der neue CDU-Parteichef Sascha van Beek die Eigenständigkeit der Schule auch dann nicht anzutasten, sollte sie weiter unter 60 Anmeldungen bleiben. "Es wäre gut, die schulpolitische Achterbahnfahrt zu beenden und der Sekundarschule ausreichend Zeit zu geben, um in Ruhe zu zeigen, was sie kann", sagte van Beek.

Am Donnerstag kommt es im Schulzentrum zu einem historischen Treffen: Die Fachausschüsse Alpens und Rheinbergs kommen hier zur gemeinsamen Sitzung zusammen, um den Schulstandort Alpen zukunftsfest zu machen (wir berichteten ausführlich). Dafür soll ein "Vorratsbeschluss" sorgen.

Der ist für den Fall gedacht, dass die Sekundarschule fürs Schuljahr 2018/19 nicht die gesetzlich geforderten Anmeldungen für drei Eingangsklassen bekommt. Dann, so wird in der zur Abstimmung kommenden Erklärung festgelegt, verliert die Sekundarschule ihre Selbstständigkeit und wird Teilstandort der Europaschule, die dann ein Jahr vor der Zeit in Schuljahresschritten ihren komfortablen Modellstatus als Gemeinschaftsschule verliert und zur Gesamtschule wird.

So weit will es Sascha van Beek, nicht kommen lassen. "Für uns ist die Sekundarschule alternativlos", schreibt er in seiner Stellungnahme. "Es gibt keine bessere weiterführende Schulform für den ländlichen Raum." Die Sekundarschule sei vor Ort fest verankert. Die bildungspolitischen "Maxime funktionieren in Alpen aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Sekundarschule und Verwaltung sehr gut", so der CDU-Politiker.

Allerdings kollidiere die gute Arbeit mit der gesetzlichen Vorgabe einer Dreizügigkeit im Eingangsjahrgang. Vor dem Hintergrund, so der Parteichef, würden Verwaltungen und Räte in Rheinberg und Alpen mit der gemeinsamen Erklärung einen "konstruktiven Vorschlag" unterbreiten, im gesetzlichen Rahmen "für beide Schulstandorte einen praktikablen Weg" zu beschreiten. Als Partei bricht die CDU aber eine Lanze für die Vorzüge der "noch im Aufbau befindlichen" Sekundarschule: gute räumliche und personelle Ausstattung, großzügige Sportanlage, hervorragende pädagogische Arbeit, hohe Akzeptanz bei Schülern und Eltern. Inklusion und Integration von Flüchtlingskindern seien mehr als nur unterrichtliche Ziele. Auf diese Schule als integraler Teil des dörflichen Lebens mit guter Vernetzung mit Vereinen und ansässigen Firmen will die CDU nicht verzichten.

So ergeht die dringende Bitte an die Schulministerin, die Dreizügigkeit "auf den Prüfstand" zu stellen, die demografisch in kleinen Kommunen wie Alpen kaum zu schaffen sei. Dabei seien ab Jahrgang 7 durch die große Zahl an Rückläufern drei Parallelklassen kein Thema mehr. Auch die Eltern will die CDU von den Chancen der eigenständigen Sekundarschule überzeugen. Die hätten es in der Hand, bei der Anmeldung das "Damoklesschwert" über der Schule wegzunehmen.

Quelle: RP
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