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Rheinberg
Christkinder feiern Weihnachten nie richtig Geburtstag

Rheinberg. Am 24. Dezember wurde Jesus im Stall von Bethlehem geboren. Und er ist nicht allein. Jahr für Jahr blicken tausende Christkinder an Heiligabend das Licht der Welt. Wir haben mit zweien gesprochen: Von Uwe Plien

Petra Hübbers ist Kinderkrankenschwester im Moerser Bethanien-Krankenhaus. Die Rheinbergerin hat nicht erst einmal erlebt, dass dort an Heiligabend Kinder geboren wurden. "Einmal war dort sogar eine russische Petra dabei", erzählt Hübbers. Den Eltern erzählt sie dann meist, dass sie auch am Heiligen Abend geboren wurde. 1969. Hübbers feiert also morgen ihren 48. Geburtstag. Oder auch nicht: "Meine Eltern haben schon früh dafür gesorgt, dass nicht mein Geburtstag, sondern mein Namenstag am 29. Juni gefeiert wurde. Das ist bis heute so", so die Rheinbergerin. "Viele meiner Freundinnen wussten gar nicht, dass ich am 24. Dezember Geburtstag habe." Denn Heiligabend war kein Schultag, und zu einer Geburtstagsfeier wäre wohl eh niemand gekommen. Nur mit der Familie wurde morgens oder mittags ein wenig gefeiert, mein Patenonkel ist dann auch immer gekommen", so Hübbers, die zugibt: "Ich hätte lieber im Sommer Geburtstag." An ihrem 18. Geburtstag hat sie übrigens eine Ausnahme gemacht - "da habe ich Silvester mit meinen Freunden gefeiert".

Hildegard Henseler: Wie ein Christkind habe sie sich nie gefühlt, gesteht Hildegard Henseler. Die Rheinbergerin hat an Heiligabend Geburtstag. "Wenn die Leute das hören, sagen sie entweder: Oh, wie schrecklich. Oder aber: "Ah, Sie sind ein echtes Christkind." Henseler, am 24. Dezember 1940 in Rheinhausen geboren, in Lüttingen aufgewachsen und seit 1960 in Rheinberg zu Hause, sagt ganz ehrlich: "Man hat als Geburtstagskind verständlicherweise eine gewisse Erwartungshaltung. Aber die wird eigentlich nie erfüllt. Man steht nie im Mittelpunkt, weil sich alles um Weihnachten dreht." Freunde und Verwandte haben keine Zeit, kommen vielleicht morgens mal auf ein Stündchen vorbei. Als Kind gab es meist nur ein Geschenk. "Und abends kann ich nicht mal mit meinem Mann in ein Restaurant gehen, weil alles geschlossen ist", so die Hobby-Fotografin, die seit 54 Jahren mit ihrem Mann Dieter verheiratet ist. Henseler: "Wir nehmen uns schon seit Jahren an meinem Geburtstag gar nichts mehr vor, nehmen den Tag so, wie er kommt." Einmal habe sie ihren Geburtstag auf den Namenstag am 17. September vorverlegt. Aber das sei auch nicht das Wahre gewesen. Verbittert sei sie deswegen nicht: "Ich habe mir die Freude immer bei anderen Gelegenheiten geholt", sagt sie. Morgen wird Hildegard Henseler 77 Jahre alt und hat nur noch einen Wunsch: "Ich hoffe, dass ich weiterhin gut leben kann und zufrieden bin."

Quelle: RP
 
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