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Rheinberg
Comedian Sascha Korf spielt mit dem Publikum

Rheinberg. "Das Programm dauert zwischen 15 Minuten und zweieinhalb Stunden, das liegt an Ihnen." So begrüßt Comedian Sascha Korf das Publikum im Schwarzen Adler. "Interaktive Comedy" steht auf dem Plakat an der Tür. Was der Kölner damit meint, zeigt er gleich zu Beginn bei einer Vorstellungsrunde, in der die Besucher Namen und Beruf nennen sollten. "Das ist wichtig. Wenn 20 Lehrer im Publikum sitzen, ist ein anderes Programm nötig als bei 20 Maurern", erklärt der Schnellsprecher. Er macht gleich deutlich, dass jeder damit rechnen muss, im Laufe des Abends auf der Bühne zu landen. Von Erwin Kohl

"Ich mache aber keine Witze auf Kosten des Publikums. Es soll sich niemand genötigt fühlen. Wer nicht mitmachen möchte, sagt einfach: Weiter", beruhigt der Kölner die Besucher. Betreute Bespaßung ist aber nicht nötig. Die Gäste finden Gefallen an der Art der Unterhaltung, die der 48-Jährige "energetisches Spontankabarett" nennt.

Mit erstaunlicher Schlagfertigkeit vernetzt er das Publikum. Schon nach wenigen Minuten entsteht der Eindruck, jeder kenne jeden. Das klappt nicht immer und überall, gesteht der Spontanunterhalter: "Ich habe mal auf der Aida gespielt vor einem Publikum im Durchschnittsalter von 73 Jahren. Von der Bühne aus hatte ich den Eindruck, ich blicke über Baumwollfelder."

Die Zuschauer haben inzwischen jede Zurückhaltung abgelegt, fordern Korf mit Zwischenrufen immer wieder heraus. Er baut die geschickt ein, lässt sich auch von Vorarbeiter Dietmar nicht aus dem Konzept bringen, der sich auf der Bühne als "Kolonnenschieber" vorstellt und angibt, mit Gattin und zwei Begleiterinnen da zu sein. "Seid ihr die Mormonengruppe Vierbaum?", fragt der Comedian.

Die Aufgabe des Zuschauers bestand darin, Sascha Korf seine Arme zu leihen und ihn mit Gesten dazu zu bringen, eine Geschichte zu erzählen, deren Bestandteile nur das Publikum kennt. Eine schreiend komische Nummer, für die sich Korf auf seine Weise bedankt: "Ich lade dich mit deinen drei Frauen zu meinem nächsten Programm ein. Die Bahnfahrt lege ich noch drauf."

Manches war ernst gemeint. Wie der Appell, dass Sender auf sinnlose TV-Formate wie das Dschungelcamp verzichten und das eingesparte Geld sozialen Einrichtungen spenden sollten. "Als der Wendler im Dschungelcamp war, haben die Kakerlaken zum ersten Mal gesagt: Jetzt reicht es aber", so Korf. Applaus. Der kurzweilige Abend war zweieinhalb Stunden lang.

Quelle: RP
 
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