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Rheinberg
Danny Bryant im Adler: Wenn das Handy zweimal klingelt . . .

Rheinberg. Da kann sich Danny Bryant ein Grinsen nicht verkneifen. Gerade hat der britische Blues-Gitarrist in seiner wunderschönen Ballade "Slow Suicide" den Volumenregler weit nach unten gedreht und soliert im Feinwaschgang, da macht sich sein auf dem Verstärker abgelegtes Handy bemerkbar. Die ganze Blues-Romantik ist für ein paar Sekunden im Eimer, das Publikum lacht, und der 35-jährige zuckt mit den Schultern. Kein Problem - auch nicht, als sich das Ganze im nächsten Song wiederholt. Weiter geht's, ist ja alles live. Von Uwe Plien

Danny Bryant gastiert zum dritten Mal im Schwarzen Adler, wieder ist der Saal voll und die Stimmung gut. Weil der Musiker - ein Kerl wie ein Wohnzimmerschrank - mit einem hervorragenden neuen Album unterwegs ist. "Blood Money" ist absolut hörenswert, und einige der darauf enthaltenen Songs spielt er natürlich im Adler. Begleitet von Dave Raeburn an den Drums und Paul Mallabratt am Bass; der etatmäßige Bassist Alex Philipps pausiert, weil er bald Vater wird. Auch Danny Bryants Mutter Heather und Ehefrau Kirby sind mit auf Tour - sie betreuen den Merchandising-Stand.

Das Adler-Konzert war das letzte einer 50-Städte-Tour. Gesten flog der Band-Tross Richtung Heimat. "Wir machen jetzt erst einmal zwei Wochen Pause", lässt Bryant das Publikum in Vierbaum wissen.

Ansonsten gibt er sich auf der Bühne zwar freundlich, aber eher einsilbig. Typen wie er lassen lieber ihre Gitarre sprechen. Und am Instrument ist der Brite ein echter Chef. Er beherrscht die Lautstärke, bleibt auch bei enormer Lautstärke und voller Verzerrung Herr der Lage und Lagen. Bryant pflegt einen unglaublich präsenten Ton auf seiner Fret King Signature Stratocaster. Und genau so ausgereift ist seine bärige Stimme. Gut gefällt das Titelstück der neuen CD, "Blood Money", das er auf dem Album mit Walter Trout eingespielt hat. Dem großen Gitarristen ist er in mancherlei Hinsicht ähnlich. Klassisches Blues-Material wie "Hoochie Coochie Man" bereitet Bryant mit der gleichen Hingabe auf wie Bob Dylans "Girl from the north country". Und auch vor "Iceman" Albert Collins verneigt er sich: Der Blues-Legende widmete er das großartige Instrumental "On the rocks". Viel Applaus, nicht nur für dese Nummer, sondern für den ganzen Abend.

Quelle: RP
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