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Rheinberg
Das Alte Rathaus als buntes Kunstwerk

Rheinberg: Das Alte Rathaus als buntes Kunstwerk
Die Künstler sprühen und malen auf Folien, die die Fassade des Alten Rathauses verhüllen. Die Aktion "Marktlon" dauert noch bis Samstag. FOTO: RP-Foto. Armin Fischer
Rheinberg. Fünf internationale Street-Art-Künstler zaubern freundliche Monster, Gesichter, Tiere und andere Motive auf das historische Gebäude. Die Aktion "Marktlon" bringt Farbe in die Rheinberger Innenstadt. Von Maximilian Lenz

Moderne Kunst im Jahr 2017 an einem 1449 errichteten Gebäude. Mitten in der Stadt: Blaue Arbeitsbühnen bewegen sich auf Knopfdruck rauf und runter, Künstler mit Schutzmasken sprühen Farbe auf riesige Folien und zaubern Monster, Gesichter, Tiere und andere Motive auf den weißen Grund auf Kunststoff - und von Holz- und Fischmarkt aus beobachten Passanten das wahrhaft bunte Treiben am Alten Rathaus. Manche kopfschüttelnd, viele begeistert. Die Aktion "Marktlon" - Bestandteil des 18. MAP-Festivals - ist in vollem Gange.

Die Verantwortlichen des MAP-Festivals sorgen dieses Jahr für wortwörtlich große Kunst am und um das historische Gebäude. Fünf internationale Street-Art-Künstler machen die Stadt ein bisschen bunter. Zu sehen gibt es vier riesige Banner, die heute und innerhalb der nächsten Tage von den Künstlern Erase und Aresk aus Bulgarien, Corte (Javier Landa Blanco) aus Spanien, Artez aus Serbien und Malakkai aus Dänemark unter anderem mit Sprühfarbe dekoriert werden. Da die Banner so riesig sind, findet die künstlerische Arbeit in schwindelerregender Höhe statt und muss mithilfe von Hebebühnen durchgeführt werden. Das hat den Vorteil, dass die Gemälde bereits von Weitem betrachtet werden können.

"Die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt Rheinberg, den verschiedenen Fachbereichen, sowie dem Förderverein des alten Rathauses hat bei der Durchführung des Projekts hervorragend funktioniert", berichtet Marco Kutz, Mitglied des MAP-Teams und einer der Organisatoren des Projekts. "Alle haben an einem Strang gezogen und sich in den Dienst der Stadt gestellt". Auch der Zeitpunkt für das Projekt könnte kein besserer sein, bildet die Kunst doch einen gelungen Gegenpol zum momentan von Umbauarbeiten geplagten Marktplatz und lenkt von diesem ab. Bereits am Mittwochabend, als die jungen Männer erstmals zu den Spraydosen griffen, waren die Cafés und Restaurants rund ums alte Rathhaus gut gefüllt mit Schaulustigen. "Mir gefällt's gut und ich finde toll, dass Rheinberg es schafft, sowas auf die Beine zu stellen", erzählt Dieter Obermüller, als er lächelnd seine Kamera wieder einsteckt.

"Ein Lächeln in die Gesichter der Leute zu zaubern ist genau das, was wir mit unserem Bild erreichen wollen", erzählt das Künstlerduo Arsek und Erase aus Bulgarien, deren noch unfertiges Werk den Titel "Big Monster steals ice cream" (übersetzt: Großes Monster stielt Eiscrème) heißt und in Richtung des Lindenplatzes zeigt. Bei der Konzepterarbeitung hatten die Künstler völlige Freiheit. "Sie arbeiten ehrenamtlich und sind professionell genug um zu wissen, was bei den Leuten gut ankommt und zum Standort passt", meint Marco Kutz.

Neben dem Rathaus gibt es noch eine zweite Aktion, bei der sich Interessierte selbst etwa an der Spraydose ausprobieren können. Gegen eine kleine Spende kann man sein Bild anschließend kaufen. Die MAP-Macher sind vor fünf Jahren dazu übergegangen sich im "Art-Teil", (also Kunst-Teil) auf die Fassadengestaltung zu spezialisieren und mit gesprühten Motiven vor allem auch ein junges Publikum zu erreichen.

"Das Anbringen der Banner verlief recht problemlos, nur jetzt bereitet uns der Wind etwas Schwierigkeiten, da sich der Sprühschutz öfter löst und wir genaustens darauf achten, die Gebäudefassade sauber zu halten", erklärt Marco Kutz. Wie lange die Banner hängen bleiben sollen, ist noch nicht geklärt und wird wohl vom Zuspruch der Rheinberger abhängig sein. Bis Samstag soll jedenfalls alles vollendet sein.

Auch dem Vorsitzenden des Trägervereins Altes Rathaus, Hans-Theo Mennicken, gefällt die Aktion. "Wir hoffen, dass das Alte Rathaus so mehr in den Mittelpunkt der Stadt rückt und das Projekt den einen oder anderen Touristen zum Verweilen in die angrenzenden Lokale einlädt", berichtet Mennicken.

Die MAP-Leute sind allen Sponsoren, besonders der Sparkasse am Niederrhein und der Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg dankbar für die Unterstützung. Ohne sie wäre das MAP nicht zu finanzieren, sagt Marco Kutz.

Quelle: RP
 
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