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Rheinberg
Das Geheimnis des schottischen Whiskys

Rheinberg. 20 Teilnehmer haben in einem VHS-Seminar in Rheinberg die Geschichte des schottischen Nationalgetränks kennengelernt. Es durfte auch probiert werden. Zusätzlich gab es Tipps zur richtigen Verkostung. Von Erwin Kohl

"Es gibt zwei Dinge, die ein Highlander nackt mag und eine davon ist Malt Whisky", lautet ein schottisches Sprichwort. Warum das so ist und vor allem um welchen Whisky es sich dabei idealerweise handelt, das konnten jetzt die 20 Teilnehmer des VHS-Einsteigerseminars "Schottischer Single Malt Whisky" in Theorie und hingebungsvoller Praxis herausfinden.

Whisky-Experte Thomas Mendle klärte die Einsteiger darüber auf, welche Faktoren Einfluss auf das Aroma und den Geschmack haben, erläuterte die Unterschiede der vier großen Whisky-Regionen Schottlands und gab grundsätzliche Einblicke in das Nationalgetränk der Schotten, dem Whisky. Oder heißt es Whiskey? Die meisten halten es schlicht für zwei mögliche Schreibweisen, dabei steckt weit mehr dahinter. "Whiskey nennen Iren und Amerikaner ihre Destillate aus vergorener Getreidemaische. Alle übrigen Herstellerländer, allen voran Schottland, produzieren Whisky", erklärt Mendle.

Neben den anderen klassischen Whisky-Ländern Irland, Amerika und Kanada wird japanischer Whisky immer beliebter. Seit rund 80 Jahren wird im Land der aufgehenden Sonne destilliert und das mit großem Erfolg. "Bei Blindverkostungen lagen sie schon mehrfach vor dem schottischen Whisky, was unter den Schotten für einigen Unmut gesorgt hat", erzählt Mendle.

Dass der schottische Whisky hierzulande überhaupt bekannt ist, verdankt er der Reblaus. Die hat Ende des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa die komplette Weinernte verwüstet und damit auch die Weinbrand-Produktion zum Erliegen gebracht. "Die Schotten haben die Situation sofort ausgenutzt und ihren Whisky hierher gebracht" so Thomas Mendle.

Nach so viel Theorie sollte es zum praktischen Teil übergehen, der Verkostung der edlen Tropfen. Dazu hat sich Referendar Thomas Mendle etwas Besonderes ausgedacht: "Vor Ihnen stehen vier Gläser mit Whisky aus den vier verschiedenen Regionen Schottlands. Kosten Sie und schreiben auf, welcher Whisky aus welcher Gegend stammt." Als kleine Hilfestellung hat der Kursleiter vorab die charakteristischen Geschmacksunterschiede erläutert. So trägt der Inselwhisky (Islands) etwa ein kräftiges und rauchiges Torfaroma in sich, während Kenner bei Destillaten aus den Highlands von einem festen und trockenen Whisky reden.

Nebenher erhielten die Kursteilnehmer Tipps zur richtigen Verkostung von Whisky. Dieser sollte möglichst Zimmertemperatur haben, damit sich das Aroma entfalten kann und auch Wasser im Whisky ist kein Tabu, im Gegenteil. "Ein Spritzerchen neutrales Wasser spaltet die Aromen auf und lässt sie deutlich zutage treten", erläutert Mendle. Und wie sieht es mit dem klassischen Eiswürfel aus? "Um Gottes Willen. Was bei Bourbon, Tennessee oder einem Blend funktionieren mag, ist der Tod jedes Malt Whiskys", warnt der Fachmann.

Quelle: RP
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