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Rheinberg
Das Gruselhaus von Rheinberg

Rheinberg. An der Fossastraße in Rheinberg wohnt eine halloween-verrückte Familie. Die Acuna Pihans setzen auf wohldosierten Wohlfühlgrusel. Von Nicole Maibusch

Familie Acuna Pihan will sich von ein paar Kriminellen nicht das Halloween-Fest verderben lassen. Dass derzeit Horrorclowns Angst und Schrecken verbreiten und damit einen hier jungen Brauch in Misskredit bringen, ärgert das Rheinberger Ehepaar gehörig. "Solche Aktionen sind kein harmloser Spaß", betont Marcus Acuna Pihan.

Seit drei Jahren schmückt er mit viel Liebe zum Detail die Fassade seines Hauses an der Fossastraße 62 a. Auch in diesem Jahr setzen die Acuna Pihans auf wohldosierten Wohlfühlgrusel am 31. Oktober: An der Wand "sitzen" unter anderem zwei dicke schwarze Spinnen in einem riesigen Netz, über der Haustür schwebt der von Krähen umgebene "Sensenmann". Nicht zu vergessen: die aus dem Film "Scream" bekannte weiße Maske. Auch der kleine Vorgarten lehrt den Betrachter das Gruseln: Neben einem Grabstein sitzt ein skelettiertes Hochzeitspaar auf einer Hollywoodschaukel, rechts neben der Haustür steht eine Guillotine, direkt daneben ein Sarg, dem eine Leiche entsteigt.

Hinter dem gespenstischen Szenario steckt übrigens ausgeklügelte Technik. Damit "Totenaugen" bei Dunkelheit glutrot leuchten, der Sarg sich öffnet und das höllische Brautpaar schaurig-schön singt, hat der 33-Jährige so manches Elektrokabel "verlegt". Eine eigens installierte Nebelmaschine komplettiert das Halloween-Vergnügen. "Es soll halt alles passen und möglichst perfekt sein", sagt Marcus Acuna Pihan schmunzelnd. Rund vier Wochen dauert es, bis sich das Heim der fünfköpfigen Familie in ein "Gruselhaus" verwandelt hat. "Kartons auspacken, Deko fertigen, Defektes reparieren, an neuen Tricks tüfteln - da gehen schon einige Stunden und Wochenenden drauf", erzählt Ehefrau Nadine. Zeit, die die ganze Familie aber gerne investiert. Neben Vater Marcus und Mutter Nadine haben auch die Kinder Alicia (11), Mauricio (10) und Emilio (7) großen Spaß an dem Spektakel. Sie helfen bereits beim Aufbau und sind mit Begeisterung dabei.

Während des ganzen Oktobers ist die Vorfreude groß. Übrigens nicht nur bei den Acuna Pihans: Längst hat die Familie mit ihrer Halloween-Begeisterung und dem ungewöhnlichen Hausschmuck viele Fans gewonnen. "Rund 300 große und kleine Besucher kamen im vergangenen Jahr an unsere Haustür", erinnert sich das Paar. Darunter verkleidete Kinder, die "Süßes oder Saures" wollten, aber auch Spaziergänger oder Passanten, die einfach mal Halt gemacht hatten, um sich das Kunstwerk anzuschauen und nachzufragen. Sogar "Halloween-Touristen" aus Oberhausen waren darunter.

Über so viel positive Resonanz freut sich die Rheinberger Familie, die gerne auch eine Halloween-Party feiert. "Es ist schön, wenn wir Menschen damit eine Freude machen", sagen sie. So komme man mit Leuten ins Gespräch. Kritik, mit Halloween werde das einheimische Allerheiligenfest verdrängt, lässt Marcus Acuna Pihan kalt.

Der Familienvater hat südamerikanische Wurzeln. Ein wichtiges Fest dort: der Tag der Toten, der beispielsweise in Mexiko ebenso bunt gefeiert wird wie Halloween. Und wer mit Halloween überhaupt nichts anzufangen weiß, mag vielleicht in der Adventszeit an der Fossastraße 62 a vorbeischauen. Am Mittwoch, 2. November, verschwindet nämlich der Grusel wieder. "Ab Mitte November beginnen wir, das Haus weihnachtlich zu schmücken." Darauf freut sich die Familie.

Quelle: RP
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