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Pop-Oratorium
Das hätte auch Martin Luther gefallen

Pop-Oratorium: Das hätte auch Martin Luther gefallen
Noch stehen Uwe Klein (links) und Michael Wulf-Schnieders zu zweit in der Rheinberger Stadthalle. Morgen Abend und am Samstag wird das anders sein. Für das Pop-Oratorium "Luther" sind mehr als 1000 Eintrittskarten zum Preis von 40 Euro verkauft worden. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Nervenkitzel: Morgen und am Samstag wird das Pop-Oratorium mit großem Aufwand in der Stadthalle aufgeführt. Von Uwe Plien

Nach mehr als einem Jahr intensiver Vorbereitungen biegt "Luther" auf die Zielgerade ein. Am Freitag (19.30 Uhr) und Samstag (17 Uhr) wird das von Dieter Falk (Musik) und Michael Kunze (Texte) geschriebene Pop-Oratorium in der Stadthalle aufgeführt. Und man kann förmlich spüren, wie der Adrenalinspiegel bei den Beteiligten steigt. Ganz besonders beim Orsoyer Pfarrer Uwe Klein und bei Kirchenmusiker Michael Wulf-Schnieders, dem musikalischen Leiter. Es gibt nur noch ganz wenige Karten für die Aufführungen.

Insgesamt fast 200 Sänger, Musiker, Schauspieler, Techniker und Helfer sind in das Projekt eingebunden. "Allein der Projektchor mit Frauen und Männern aus Rheinberg, Moers, Wesel, Alpen und sogar aus Essen hat mehr als 120 Mitglieder", erzählt Wulf-Schnieders. Bis auf etwa 15 Sänger verteilen sich die Chormitglieder auf 24 Logen in der Stadthalle. "Aus Platzgründen", erläutert Uwe Klein. "Auf der Bühne wäre nicht genug Platz für alle."

Zum Glück gehört das Budberger Allround-Talent Arnim Bartetzky zum Team. Klein: "Er hat alle Logen technisch so ausgestattet, dass man die Sänger im Saal gut hören kann und sie sich auch selbst hören." Wenn heute Abend ein erster Gesamtdurchlauf mit dem kompletten Chor, aber noch ohne Band und Solisten - die werden heute noch "von Band" eingespielt - durchgezogen wird, sind auch schon die "Luther"-Techniker dabei. Die anderen Profis trudeln am Freitag ein. Auch Komponist Dieter Falk, dessen Söhne Max und Paul - der eine Drummer, der andere Schauspieler - im Oratorium mitwirken, wird sich die Aufführungen anschauen.

"Das ganze Projekt erfordert eine punktgenaue Organisation", so Pfarrer Klein. "Rund 30 Ehrenamtliche kümmern sich darum, wer wann wo was essen oder trinken kann, wer wann an der Reihe ist und solche Dinge." Präzision ist also nicht nur beim Dirigat gefragt. Da gibt es kein Schummeln. "Ich habe die Clicks im Kopfhörer", sagt Wulf-Schnieders. "Das ist der Takt, nach dem sich am Freitag und Samstag alles zu richten hat."

Als Klein und Wulf-Schnieders vor mehr als einem Jahr gemeinsam überlegten, was man zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" machen könnte, ahnten sie nicht, dass daraus ein Mega-Projekt werden würde. "Es trägt eine irrsinnige Strahlkraft des Evangeliums nach außen und nach innen", so Uwe Klein. "Nach außen, weil die Evangelische Kirche auch auf dem Land wahrgenommen wird. Selbst größere Städte haben sich nicht getraut, so ein großes Projekt anzugehen." "Und nach innen wirkt sich die Arbeit vor allem auf die Ökumene aus", sagt Wulf-Schnieders. "Mindestens die Hälfte unserer Chorsänger sind Katholiken. Das hätte auch Luther gefallen."

Mindestens 70.000 Euro kostet die Durchführung des Oratoriums. Trotz Unterstützung des Kreises Wesel, der Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg, der Landeskirche, der Pax-Kirchenfürsorge und der Stadt Rheinberg wird es ein Defizit geben, das sich die Evangelischen Kirchengemeinden Orsoy, Budberg, Rheinberg, Wallach-Ossenberg-Borth und Bönninghardt teilen.

Quelle: RP
 
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