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Rheinberg
Das "Herz von Ossenberg" steht still

Rheinberg. Kurz vor ihrem 91. Geburtstag ist Jutta Köppen gestorben. Ein ganzer Ort ist tief bewegt und trauert um eine Frau, die sich für andere eingesetzt hat. Von Bernfried Paus

Das "gute Herz" von Ossenberg hat aufgehört zu schlagen. Nur wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag ist Jutta Köppen nach kurzer schwerer Krankheit "friedlich eingeschlafen", wie ein guter Freund der Familie gestern berichtete. Mit ihrem Tod verliert Ossenberg einen außergewöhnlichen Menschen, der sich bis zuletzt auf vielfältige Weise für andere eingesetzt hat.

"Wenn wir Alten auch nicht mehr so viel leisten können, so heißt das nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen", hat Jutta Köppnen gesagt, als sie vor zwei Jahren mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden war, und fügte an: "Wir beten dafür, dass es allen gut geht und dass alles weitergehen kann."

Wann immer die Rede von Jutta Köppen war, wurden die gleichen Attribute genannt: liebenswürdig, engagiert, hilfsbereit, vorbildlich, bescheiden. Manche sagen, die Ossenbergerin sei ein Engel gewesen.

Jutta Köppen, 1924 in Schlesien als Tochter eines Arztes geboren, kam über Ostpreußen und Hildesheim nach Ossenberg. Das war ihrem bereits 1974 verstorbenen Ehemann Dr. Johannes Köppen zu verdanken. Ihn, der aus Ossenberg stammte, hatte die gelernte Krankenschwester kennengelernt, als er noch Medizinstudent war. Jutta Köppens ehrenamtliches Engagement über sechs Jahrzehnte ergab sich aus der Eröffnung der Praxis ihres Mannes in Ossenberg.

Sie setzte sich seither bis kurz vor ihrer schweren Erkrankung mit einem zu diesem Zweck gegründeten Handarbeitskreis mit bis zu 30 anderen Frauen für die "DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe" ein. Im Laufe der Jahre kamen dadurch rund 150 000 Euro an Spenden zusammen.

Jutta Köppen gründete aber auch die Jugendschola "Die Spatzen", die sie 25 Jahre lang leitete und die allein an fast 400 Taufen in der Gemeinde St. Maria Himmelfahrt mitwirkte. Auch als Pfarrgemeinderätin, Kommunionhelferin und Lektorin war sie viele Jahre tätig. Der Karnevals-Ausschusses Gemütlichkeit (KAG) verlieh Jutta Köppen vor vier Jahren das "Herz von Ossenberg".

Quelle: RP
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