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Rheinberg
Das sagt das Denkmalamt zum Awo-Plan

Rheinberg. Der RP liegt die Stellungnahme vor. Darin wird auch kritisiert, dass die LVR-Behörde nicht frühzeitig beteiligt worden ist. Von Uwe Plien

Bürgermeister Frank Tatzel hat mitgeteilt, dass er die Stellungnahme des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland vorerst nicht an die Öffentlichkeit geben wird. Der RP liegt das von Dr. Monika Herzog unterzeichnete Schreiben allerdings vor. Darin lehnt die Denkmalbehörde eine Bebauung am Standort der ehemaligen Montessorischule rigoros ab.

Es handele sich um eine "erhebliche Beeinträchtigung des Denkmalbereichs Ortskern Rheinberg durch ein im Maßstab und Gestaltung nicht angemessenes Gebäude". Herzog spricht von einem "Eingriff und Veränderung der Stadtstruktur durch die Wahl des Standortes auf einer historisch seit über 300 Jahren verbürgt unbebauten Fläche mit möglicher historischer ,Altlast' (Burg)". Zudem sei der projektierte Bau in seiner winkeligen Form untypisch für die Stadtstruktur und sei daher nicht angemessen. Die kleinteilige historische Parzellenstruktur sei nicht berücksichtigt worden.

Hinzu komme, dass sich bei der Auslegung der Höhe zwar an den bestehenden Gebäuden orientiert wurde, dass der Verwaltungsbau von seiner massiven Wirkung her jedoch nicht mit der Umgebungsbebauung vereinbar sei. "Von hier aus wird an die Verwaltung der Stadt Rheinberg eindringlich appelliert, das seit dem 14. Jahrhundert erhaltene und in allen seinen Strukturen bis auf den heutigen Tag unverändert bewahrte Stadtbild weiterhin zu respektieren und zu pflegen", steht in der Stellungnahme.

Weiter heißt es: "Aus dem bisherigen Verfahren zeichnet sich ab, dass die städtebaulichen und denkmalrechtlichen Ziele bisher nicht korrekt und entsprechend ihrer Bedeutung bewertet worden sind. Damit wäre eine fehlerhafte Entscheidung verbunden, die jeglicher Rechtsgrundlage entbehrt." Der Stadt wird empfohlen, den Entscheidungsentwurf zu revidieren. Was das Schulgebäude angeht, so spricht das Denkmalamt von einer "massiven Störung" des seit dem Mittelalter bestehenden Distanzraumes zwischen Stadt und Burg. Allerdings könnten trotz dieser Beeinträchtigung durch den Schulbau die Freiflächen zwischen dem Pulverturm und der Kellnerei immer noch als "Platzhalter" dienen. Das "bedeutsame Architekturzeugnis der Burg Rheinberg" sei immer noch erlebbar. Der Awo-Neubau würde diese Beziehung zerstören. "Darüber hinaus ist fraglich, in welchem Umfang noch im Boden vorhandene Substanz der Befestigung (wie etwa die des zweiten Zuganges) tangiert sein könnte", wird mitgeteilt. Durch einen derart in die Flächen eingreifenden Baukörper wie das geplante Awo-Gebäude "würde unwiederbringlich jede Möglichkeit der weiteren flächendeckenden Erforschung und der Veranschaulichung historischer Strukturen und mithin Zusammenhänge an sehr prominenter Stelle im Stadtgefüge vernichtet". Im Übrigen habe das LVR-Amt schon im März sein Unverständnis zum Ausdruck gebracht, warum bei einem so gewichtigen Bauvorhaben die Denkmalbehörde nicht vorzeitig beteiligt worden ist. Die Auffassung der Stadt, das öffentliche Interesse an der Realisierung sei als gewichtiger einzustufen als die Belange des Denkmalschutzes, sei so nicht nachvollziehbar.

Quelle: RP
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