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Rheinberg
"Das schönste Freibad in Deutschland"

Rheinberg: "Das schönste Freibad in Deutschland"
Schwimm- und Planschfreude im Nichtschwimmerbecken: Das Underberg-Freibad wird gut besucht. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Das städtische Underberg-Freibad verzeichnet in dieser Saison trotz des mäßigen Starts bei schlechtem Wetter schon mehr als 10.000 Gäste. Die Besucher kommen auch von weiter her und loben die schöne Atmosphäre des Bades. Von Alexander Florie-Albrecht

Am Eingang des Underberg-Bades checkt Kassiererin Maria Frühling die Tickets. "Mit dem Namen trag ich zu jeder Jahreszeit die Sonne in die Herzen der Menschen", sagt sie gut gelaunt und lässt das Rheinberger Ehepaar Tanja und Sven Hansen passieren. "Wir sind oft hier, das ist Tradition. Wir haben das Bad schon als Kinder liebgewonnen. Es ist schön weitläufig", sagt das Paar mit den beiden Töchtern und macht sich auf Platzsuche.

Barbara Zypan und ihr Mann Ralf genießen auf der Liegewiese die Atmosphäre. "Es ist nicht überlaufen, die Becken sind schön groß, Bäume spenden Schatten", zeigt sich die 55-Jährige aus Moers-Kapellen sehr angetan. "Nur das Baby-Planschbecken bräuchte ein Sonnensegel", regt ihr Mann an.

Auf der Wiese diskutiert die Weseler Familie Özay den bevorstehenden Urlaub in der türkischen Ägäis. "Das ist eine tolle Idylle hier - alles unter Denkmalschutz, separate Becken und normale Preise. Demnächst machen wir Urlaub an der Rheinberger Ägäis - nämlich hier", meint Sabine Özay. Auch wenn ihrem Mann noch die Liegestühle zum Vermieten fehlen.

Am Imbiss "Het Frietje" freut sich Inhaberin Leonie Jordan über den guten Umsatz des Tages. "Der Juni und der Juli waren definitiv nicht so gut", sagt sie. Jetzt gibt es keinen Grund mehr zur Klage. "Hier gibt's noch wie früher Schnupptüten für zwei Euro", freut sich die Sonsbeckerin Susanne Tigler über das "angenehm Nostalgische" in dem "schönste Freibad in Deutschland", wie ihr Sohn Henn-Maarten behauptet.

"Wenn man eine Abkühlung braucht, ist Rheinberg einfach schön", findet der Homberger René Wieklinski und kauft seinem zwölf-jährigen Sohn Nico ein Eis. "Das Coolste ist das Wasser und der Sprung vom Fünf-Meter-Turm", schwärmt der Junge.

Unterdessen wacht DLRG-Rettungsschwimmerin Elena Horster über das lebendige Treiben in den Nichtschwimmer- und Frei-schwimmerbecken. "Heute musste ich mal reinspringen. Am Nichtschwimmerbecken stand ein Kind vor der Rutsche und wurde getroffen" - die 19-jährige konnte zum Glück schnell helfen und die Eltern verständigen. Insgesamt sei es aber relativ ruhig, meint ihr "Chef" Gilbert Delaporte, Einsatzleiter der DLRG-Ortsgruppe.

Es gebe mal das "Springen vom Seitenrand", Jugendliche, die mit dem Kopf zuerst mit den Händen auf den Rücken ins Wasser gehen, solche Geschichten vor der Rutsche - aber eher geringfügige Verletzungen. "Das ist wie beim Fußball", sagt er. "80 Minuten ist nix los - und dann musst du den Ball halten." Ärgerlich sei nur das Problem mit den Insekten in diesem Sommer. "An manchen Tagen gab es zehn bis 20 Hummel- oder Bienenstiche, weil die Wiese voller Kleeblätter war." Die "Geheimwaffe" dagegen sei ein Spezial-Wärmestift, der mit maximal 53 Grad das Gifteiweiß zersetze. Der Rasen werde gemäht, das Laub beseitigt. Und der Kammerjäger besorge gegen "die Erdbienen, die da rauskommen" den Rest, berichtet Badleiter Karl-Heinz Poll.

Bis zum 21. Juli hatte das Underberg-Freibad - gebaut in den 50er Jahren, vor 20 Jahren saniert - 10.105 Gäste zu verzeichnen. Poll ist zuversichtlich, dass man trotz des schlechten Wetters zum Saisonstart die Marke von 15.000 bis 20.000 Besuchern als "guten Schnitt" erreichen kann. "Heute sind es 1000 und ein paar Zerquetschte. Wir hoffen, dass Petrus uns keine Stürme mehr schickt, sondern nur noch Sonnenstrahlen", sagt er. Damit "das Bad auch in Zukunft noch lange, lange offenbleibt", wie es Helga Flegel aus Rheinberg, die am Wasserrand sitzt, hofft.

Quelle: RP
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