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Rheinberg
Deich bei Wallach wird ab 2018 saniert

Rheinberg: Deich bei Wallach wird ab 2018 saniert
Ein Blick aus der Luft auf den Deich bei Wallach in der Nähe der Biogasanlage. Im Frühjahr 2017 sollen die Ausführungsplanungen beginnen, danach folgen die notwendigen Ausschreibungen für die Bauarbeiten. FOTO: Arnulf Stoffel
Rheinberg. Der Anhörungstermin fand im Gemeindehaus Wallach statt. Die Planungen für das 20-Millionen-Euro-Projekt laufen. Von Uwe Plien

Wenn alles nach Plan läuft, wird mit der Sanierung des Rheindeichs bei Wallach im Frühjahr 2018 begonnen. Nach der Hochwasserperiode. Es geht um den rund viereinhalb Kilometer langen Deichabschnitt zwischen der Kreisstraße 14 in Ossenberg, Höhe Dammstraße / Solvay-Werksbahn, und den Elvericher Höfen in Niederwallach am Übergang nach Büderich. Doch bis die Bagger anrollen können, gibt es noch eine Menge zu tun.

Erich Weisser, seit fast vier Jahren Deichgräf des Deichverbandes Poll, skizziert das Verfahren: "Die ersten Verträge für die Deichbaumaßnahme sind mit den Planungsbüros im Auftrag der Bezirksregierung Düsseldorf schon 2009 geschlossen worden", so Weisser. "Weil der Deich im Bergbausenkungsgebiet liegt, sind die Planungen mit Priorität auf die Liste gekommen."

Im Juni 2014 sei dann der Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren an die Bezirksregierung Düsseldorf gegangen. Im Juni dieses Jahres fand die Offenlage der Pläne bei der Stadt statt. Daran anschließend gab es jetzt einen Anhörungstermin im Wallacher Gemeindehaus. Weisser: "Daran haben rund 50 Einwender teilgenommen, etwa 30 davon waren Träger öffentlicher Belange, also Kommunen, der Kreis, Naturschutzverbände und so weiter. Die privaten Einwender waren überwiegend Landwirte."

Eine wichtige Erkenntnis, die der Deichgräf aus der Sitzung mitgenommen hat: Es muss dringend eine akzeptable Lösung für eine Fahrradweg-Umleitung gefunden werden. Denn während der rund zweijährigen Bauarbeiten kann die Deichkrone nicht befahren werden. Während der Sanierung müssen Höfe und Betriebe in der Nähe erreichbar sein - auch das sei in der Planung berücksichtigt. Und: Für Schäden, die durch die Bauarbeiten an Immobilien auftreten, wird Entschädigung gezahlt. Als positiv wertet Erich Weisser, dass man sich darauf einigen konnte, vor dem Deich (also wasserseitig) einen geschotterten, begrünten Andienungswege für Landwirte anzulegen, um zusätzliche Deichüberfahrten zu sparen.

Was die zeitliche Planung angeht, so stehen beim Deichverband Poll erst einmal die Bewertung und Bearbeitung der Einwendungen an. Weisser: "Parallel dazu beschäftigen wir uns bereits mit der Vergabe von Planungsleistungen." Mit dem Planfeststellungsbeschluss werde Ende dieses Jahres gerechnet. Im Frühjahr 2017 sollen die Ausführungsplanungen beginnen, danach folgen die notwendigen Ausschreibungen für die Bauarbeiten.

Seine Führung wird der Deich im Wesentlichen beibehalten. Nach der Sanierung wird er insbesondere höher sein. "Es wird auf Endsenkung gebaut", erläutert der Deichgräf. Was bedeutet: "Schon jetzt wird die maximale Absenkung durch den Steinsalzbergbau eingerechnet." Derzeit ist der Deich an der tiefsten Stelle 3,75 und an der höchsten 7,60 Meter hoch. Nach der Sanierung wird die Höhe am niedrigsten Punkt nach wie vor 3,75 Meter betragen, am höchsten dann allerdings 9,30 Meter. Im Mittel hat der Deich jetzt eine Höhe von 5,65 Meter, künftig sind es 6,60 Meter. Die Gesamtkosten für das Vorhaben sind mit etwa 20 Millionen Euro veranschlagt. 80 Prozent davon wird das Land tragen, 20 Prozent trägt der Deichverband, refinanziert über die Beiträge der Bürger.

Wenn 2020 alles fertig ist, steht dem Deichverband noch eine Maßnahme bevor, wie Erich Weisser ausführt: Ungefähr ab der Pumpstation in Birten müssen noch etwa eineinhalb Kilometer rheinferner Deich erhöht werden. Der Deichgräf: "Danach haben wir dann erst einmal Ruhe."

Quelle: RP
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