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Rheinberg
Der andere Blick auf Orsoy und den Rhein

Rheinberg: Der andere Blick auf Orsoy und den Rhein
Sassan Dastkutah mit vier der insgesamt 36 Fotos, die bis zum 3. März im Schwarzen Adler zu sehen sind. Die Fotos stehen übrigens auch zum Verkauf. FOTO: A. Fischer
Rheinberg. Der Orsoyer Fotograf Sassan Dastkutah stellt 36 seiner großformatigen Werke im Schwarzen Adler in Vierbaum aus. Der 45-Jährige arbeitet mit der Technik der Lichtmalerei. "Ich mag es einfach bunt", sagt er. Von Erwin Kohl

Weite Landschaften, saftige Wiesen, auf denen zufrieden eine Herde Kühe grast und das ganze umrandet von den obligatorischen Kopfweiden: So schön der Niederrhein im Postkartenformat auch daher kommt, er bietet viel mehr als diese vermeintliche Idylle. Den Beweis dafür liefert der Fotokünstler Sassan Dastkutah aus Orsoy. Der RP-Mitarbeiter hat den Blick für das Außergewöhnliche. Er sieht Motive, an denen andere achtlos vorübergehen, schafft wahre Kunstwerke durch geschickte Fototechniken und bewegt den Betrachter mit außergewöhnlichen Lichtmalereien. Jetzt fand die Vernissage zu einer Ausstellung im Schwarzen Adler in Vierbaum statt.

Die von Martina Kynast und Claudia Pedell zusammengestellte Auswahl von 36 Werken bildet sowohl was die Motive als auch die Techniken betrifft einen gelungenen Querschnitt aus insgesamt über 2000 Werken. Für Sassan Dastkutah ist mit der Ausstellung ein Traum in Erfüllung gegangen: "Dass meine Bilder im Adler zu sehen sind, ist für mich persönlich der Ritterschlag. Hinzu kommt noch, dass Luise Theile und Ernst Barten die Bilder erstklassig aufgehängt haben."

Das dürfte bei der Auswahl aus romantischen Sonnenuntergängen, trister Industriearchitektur und surrealen Lichtmalereien sicherlich keine leichte Aufgabe gewesen sein. Was bei Dastkutah, der vor einigen Jahren durch seine Mitarbeit bei der RP auf den Geschmack gekommen ist, besonders auffällt: Seine Arbeiten sind frei von Klischees, er lichtet den Niederrhein ehrlich und unverblümt ab. So erfährt ein bröckeliges, mausgraues und von Unkraut überwuchertes Orsoyer Hafengebäude einen ganz besonderen Charme; eine hüfthohe Röhre sorgt für perspektivischen Tiefgang.

Auf der anderen Seite strecken sich die Äste von Kopfweiden auf dem Deich in das Gegenlicht der untergehenden Sonne und wirken dabei wie ein Scherenschnitt vor leuchtendem Orange. Es sind genau diese Gegensätze, die Dastkutah an seiner Heimat liebt und die ihn immer wieder inspirieren: "Hier wachsen Natur und Industrie zusammen. Auf der einen Rheinseite das niederrheinische Orsoy und auf der anderen das Ruhrgebiet mit Duisburg- Walsum." Dazwischen fließt der Rhein als natürliche Trennlinie und Quell der Motivation. "Der Rhein hat für mich einen ganz hohen Stellenwert. Manchmal setze ich mich mit Freunden ans Ufer, um einfach nur zu entspannen", erzählt der 45-jährige. Am Rheinufer sind auch seine Lichtmalereien entstanden. Halbrunde und scheinbar riesige Lichtbögen in allen Farben liegen übereinander und wirken wie ein Tunnel, durch den der Blick des Betrachters auf den Strom geleitet wird. "Dafür habe ich Lampen an einem Besenstiel befestigt und diesen von einem Helfer langsam im Halbkreis schwenken lassen. Lange genug belichtet entstehen dann diese Effekte", erklärt Sassan Dastkutah, der zwischendurch immer wieder die Farben wechselte. "Ich mag es einfach bunt", so die Begründung.

Quelle: RP
 
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