| 00.00 Uhr

Rheinberg
Der Bauausschuss berät den Awo-Plan

Rheinberg: Der Bauausschuss berät den Awo-Plan
Bäume und Pausenhalle sollen weg, stattdessen soll an der Ritterstraße gebaut werden. Zum Schulgebäude hin soll das ansonsten dreigeschossige Gebäude zweigeschossig abfallen. FOTO: Armin Fischer (Archiv)
Rheinberg. Der neue Entwurf für das umstrittene Verwaltungsgebäude unterscheidet sich in einigen Punkten vom bisherigen Plan. Von Uwe Plien

Das an der Ecke Ritterstraße/Alte Rheinstraße in Rheinberg geplante Awo-Verwaltungsgebäude beherrscht seit Monaten die öffentliche Diskussion in der Stadt. Nachdem die Awo den Bauantrag gestellt und die Bürgerinitiative "Rund um den Pulverturm" postwendend eine Petition gegen den Bau eingereicht haben, dürfte das Thema jetzt neuen Schub bekommen. Denn nächste Woche - am Mittwoch, 9. März, 17 Uhr, im Stadthaus (Raum 249) - wird die Awo-Planung in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses erstmals öffentlich vorgestellt. Das Interesse dürfte sehr groß sein.

Der aktuelle Entwurf unterscheidet sich im Detail von dem im Herbst vergangenen Jahres vorgestellten Plan. Allerdings bleiben die wesentlichen Teile gleich oder ähnlich. So ist jetzt von einem zwei- bis dreigeschossigen Verwaltungsgebäude mit eingegliederter Seniorenbegegnungsstätte im Erdgeschoss und 125 Quadratmeter Wohnfläche im Dachgeschoss die Rede. Das Gebäude soll teilweise unterkellert werden. Das sei möglich, weil das dokumentierte Bodendenkmal dadurch nicht berührt werde. Im Keller plant die Arbeiterwohlfahrt ein Archiv. Im Innenhof sind 47 Stellplätze vermerkt. 35 Frauen und Männer - die komplette Verwaltung des Sozialverbandes mit kreisweit ungefähr 1200 Mitarbeitern - sollen hier künftig arbeiten. In den Räumen der Sparkasse an der Bahnhofstraße, wo die Awo-Verwaltung jetzt ihren Sitz hat, wird der Platz knapp, und es gibt keine Erweiterungsmöglichkeiten.

So soll das neue Awo-Gebäude von der Ritterstraße geschaut aussehen. Auf die großzügigen Glasfassaden eines früheren Entwurfs haben die Planer verzichtet. FOTO: Awo/Stadt Rheinberg

Nach wie vor ist eine Gebäudehöhe von 14 Metern vorgesehen. Das ist rechtlich möglich, weil es sich rund um die ehemalige Montessorischule um ein "34er-Gebiet" handelt. Das bedeutet: Grundlage ist Paragraph 34 Baugesetzbuch. Der besagt: Bei einem Neubau kann sich der Bauherr (etwa bei der Höhe) an den bestehenden Gebäuden in der Nachbarschaft orientieren.

Ein gravierender Unterschied zur bisherigen Planung ist die Abstufung von drei auf zwei Geschosse zur ehemaligen Förderschule hin. Auch das Dachgeschoss soll kleiner werden. Zudem ist die Fassade jetzt durch Vor- und Rücksprünge stärker gegliedert. Von den großen Glasfronten, die die Gemüter erhitzt haben, ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen dominieren Verblendsteine und verputzte Flächen. Das Verwaltungshaus soll im rechten Winkel gebaut werden; der Baukörper zieht sich bis zur Höhe des letzten, an die Pulverturm-Fläche angrenzenden Gebäudes an der Alten Rheinstraße.

Der Bauantrag, darauf weist die Stadt hin, ist in der bisher vorliegenden Form noch nicht vollständig. Deshalb habe das Technische Dezernat mit der Prüfung noch nicht begonnen. Die fehlenden Unterlagen seien angefordert, und der Bauherr habe zugesagt, die Unterlagen umgehend nachzureichen.

Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um einen ersten Schritt. Im zweiten Angang will die Awo das alte Schulgebäude kaufen. Es soll dann abgerissen und durch barrierefreie, seniorengerechte Wohnungen ersetzt werden. In den nächsten Jahren wird an der Kurfürstenstraße allerdings noch nichts passieren, weil die Europaschule die Räume benötigt. Die Klassen der Jahrgangsstufe fünf sind dort untergebracht, bis die Schule an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße erweitert worden ist.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Der Bauausschuss berät den Awo-Plan


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.