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Rheinberg
Der Bürgerbus rollt erfolgreich

Rheinberg. In diesem Jahr wird voraussichtlich die Marke von 10.000 Fahrgästen geknackt. Folge: Die Stadt muss weniger zahlen. Der Verein sucht noch ehrenamtliche Fahrer. Alpsray wird vorerst nicht angebunden. Von Uwe Plien

Er rollt und rollt und rollt: Die Erfolgsgeschichte des Rheinberger Bürgerbusses geht weiter. Karl-Heinz Lochen, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, nannte in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt erfreuliche Zahlen. "Im Zeitraum Januar bis Ende September dieses Jahres hatten wir schon 8800 Fahrgäste", so Lochen. "Die Zahlen für Oktober sind da noch nicht eingearbeitet. Wir sind guter Hoffnung, dass wir in diesem Jahr noch die 10.000-er-Marke knacken."

Die Stadt profitiert davon, dass das Angebot, sich für kleines Geld von ehrenamtlichen Fahrern im weißen Mercedes Sprinter durch die Stadt kutschieren zu lassen, so gut angenommen wird. 2015 musste sie noch eine Defizitabdeckung in Höhe von 7000 Euro übernehmen. 2016 dürfte diese Summe deutlich geringer ausfallen. Denn im gesamten vergangenen Jahr spülten 7094 Fahrgäste 8826 Euro in die Kasse, jetzt sind es schon 9342 Euro.

Eigentlich wären es sogar noch deutlich mehr. Allerdings sind 14 Prozent der Fahrgäste schwerbehindert und müssen nicht zahlen. Karl-Heinz Lochen: "Die Dachorganisation ,Pro Bürgerbus' hat allerdings jetzt erreicht, dass die Bürgerbusvereine diese Einnahmeausfälle künftig direkt mit dem Land abrechnen können." Der Verein rechnet dadurch mit einer Rückerstattung von rund 1500 Euro.

200.000 Kilometer hat der Bus inzwischen auf dem Tacho - erfahren seit dem Bürgerbus-Start im März 2014. Lochen: "Bisher hatten wir nur eine Stunde Ausfall, weil der Bus einmal nicht angesprungen ist." In gut einem Jahr müsse man konkret über einen neuen Bus sprechen und ihn dann auch schnell ordern, damit er ein Jahr später zur Verfügung steht, wenn der momentan rollende Sprinter fällig ist. Lochen deutete an, dass es Überlegungen gebe, "auf einen anderen Antrieb umzusteigen". Sollte in Rheinberg etwa bald ein Elektrobus rollen?

Ein wenig Sorgen macht Lochen ein anderer Punkt: "Wir haben derzeit 24 Fahrer. Wir waren 25, aber eine Dame musste aus beruflichen Gründen abspringen." Man brauche allerdings mehr Fahrer, weshalb der Verein im Januar eine gezielte Info-Veranstaltung dazu anbieten will.

Da es sich beim Bürgerbus um einen Neunsitzer handelt (Fahrer plus acht Fahrgäste), reicht der normale Pkw-Führerschein aus. Der Vorsitzende: "Zusätzlich ist eine besondere Fahrerlaubnis erforderlich, die früher die Niag ausgestellt hat. Inzwischen kann ich dass selbst tun."

Wer sich als ehrenamtlicher Fahrer zur Verfügung stellen möchte, kann sich per E-Mail an den Verein wenden: kontakt@buergerbus-rheinberg.de

Alpsray wird übrigens vorerst nicht vom Bürgerbus angesteuert. Entsprechende Nachfragen und Wünsche hatte es gegeben. Laut Aussage der Niag sei dies derzeit jedoch nicht möglich. Ein Parallelverkehr zwischen der dort verkehrenden Linie 38 und dem Bürgerbus wäre genehmigungstechnisch nicht zulässig. Die Linie 38 aufzugeben und nur den Bürgerbus einzusetzen, komme aufgrund des teilweise recht hohen Fahrgastaufkommens im Gegenzug jedoch auch nicht in Betracht.

Quelle: RP
 
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