| 00.00 Uhr

Rheinberg
Der frühe DLB-Vogel fährt elektrisch

Rheinberg. Der Dienstleistungsbetrieb Rheinberg nimmt an einem Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums teil. Von Uwe Plien

"Wir waren schnell und wir gehörten zu den ersten, die sich beworben haben", sagt Holger Beck, Leiter des Dienstleistungsbetriebs Rheinberg. Rosemarie Kaltenbach, zuständige Beigeordnete, ergänzt: "Normalerweise hätten wir uns eine solche Anschaffung niemals leisten können." Einen Tag, nachdem die Bundesregierung verkündete, dass Käufer eines Elektroautos finanziell bezuschusst werden, präsentierte der DLB gestern zwei neue E-Mobile.

Im September habe man von einem durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Projekt gehört und sofort eine Bewerbung losgeschickt. Mit Erfolg: Der Dienstleistungsbetrieb nimmt in den nächsten zwei Jahren an diesem von der Universität Duisburg-Essen durchgeführten Forschungsprojekt teil. Das Ziel ist es unter anderem, weitere Erkenntnisse über die Einsatzmöglichkeiten von Elektrofahrzeugen in Fahrzeugflotten zu erlangen. Im Rahmen des Projektabschnittes Flottennutzung sollen wichtige Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welches elektrische Fahrzeugantriebskonzept für welchen unternehmerischen Zweck am besten geeignet ist.

Gestern präsentierten Kaltenbach und Beck zwei gut sichtbare Ergebnisse des Forschungsprojekts: zwei nagelneue Elektrofahrzeuge vom Typ BMW i3. Die geleasten Autos - Neuwert jeweils rund 47.000 Euro - gehören jetzt zur DLB-Flotte und werden in erster Linie für Kontrollfahrten im Stadtgebiet eingesetzt. "Bisher hatten wir zu diesem Zweck zwei Kleintransporter, die ersetzt werden mussten", sagt Holger Beck. Einen Renault Zoe, ebenfalls ein reines Elektrofahrzeug, hat der DLB schon seit 2013. Nutzfahrzeuge etwa für die Abfallentsorgung seien derzeit noch nicht realistisch.

Das Bundesministerium finanziert den Großteil der Kosten. Im Gegenzug müssen die Rheinberger Daten liefern - Erfahrungswerte. Die Volksbank Niederrhein sponsert das Projekt ebenfalls. Wie der Renault sind auch die beiden BMW mit Volksbank-Werbung beklebt. Durch das Engagement der Bank können eine Ladestation und die Miete für die Batterien bezahlt werden. Die Leasingraten seien extrem günstig für die Stadt.

Die beiden BMW - zu 90 Prozent übrigens voll recycelbar - sind echte Edelflitzer, die 170 PS auf die Achse bringen. Bei der momentanen Witterung schafft dieser Wagen eine Reichweite von rund 130 Kilometern, bis zu 150 Kilometer können es maximal sein. Zusätzlich hat der Wagen einen Neun-Liter-Benzin-Tank, um im Notfall einen Generator für die Stromversorgung anzutreiben. "Damit kann man weitere 120 Kilometer fahren", so Holger Beck. Die Stromkosten für eine Aufladung liegen übrigens bei drei bis vier Euro.

Acht Stunden brauchen die Batterien, bis sie voll aufgeladen sind. Dazu nutzt der DLB die Photovoltaikanlage auf dem Hallendach an der Bahnhofstraße 160. "Da schließt sich für uns ein Kreis", sagte Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein. "Denn die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist ein Ergebnis unserer Solarenergie-Rheinberg-Genossenschaft."

Bundesweit sind nur knapp 30.000 Elektroautos von etwa 45 Millionen zugelassenen Fahrzeugen auf den Straßen unterwegs. Da kommt der DLB mit nun drei Wagen auf einen guten Schnitt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Der frühe DLB-Vogel fährt elektrisch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.