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Rheinberg
Der Fuchs hat sich die Laufenten geholt

Rheinberg: Der Fuchs hat sich die Laufenten geholt
Josef Mölders und Tochter Corinna hoffen, dass zumindest die Hühner vom Fuchs verschont bleiben. Deshalb haben sie einen hohen Zaun aufgestellt. FOTO: Arnulf Stoffel
Rheinberg. Der Wallacher Josef Mölders möchte andere Tierhalter warnen. Seinen Stall hat er jetzt besser gesichert. Von Erwin Kohl

Mehr als 40 Jahre hat der Wallacher Josef Mölders im Salzbergwerk unter Tage verbracht, um sich im Rentenalter den Traum vom kleinen Hobbybauernhof zu erfüllen. Auf der kleinen Weide entlang der Gathstraße grasen zwei Pferde, ein Pony und ein Esel, nebenan im Hühnerstall genießt der Hahn die Anwesenheit seiner sieben Hühner und dazwischen watscheln vier vergnügte Gänse. Sogar einen kleinen Traktor besitzt Mölders.

Nur von seinen geliebten Laufenten hat er keine mehr, die letzten hat sich nachts der Fuchs geholt. "Als ich am nächsten Morgen meinen Stalldienst verrichtete, habe ich mich über die eigenartige Ruhe gewundert. Ich dachte, die Enten haben verschlafen, bis ich auf dem Gelände ein totes Huhn entdeckte", erinnert sich Josef Mölders. Von den Enten war weit und breit nichts zu sehen, einzig ein Büschel Fuchsfell am Zaun, unter den sich Meister Reinecke gegraben hatte, deutete auf den Täter. "Der Fuchs ist so säuberlich, der hat nicht mal eine Feder von den Enten zurückgelassen", sagt der Rentner.

Im November 2011 hatte der ungebetene Besucher zum ersten Mal den Hühner-, Enten- und Gänsestall der Familie Mölders aufgesucht. Tochter Corinna erinnert sich: "Das war ein richtiges Massaker, der Stall sah aus wie ein Tatort." Dann wurde das Wallacher Federvieh sechs Jahre lang verschont, bis er im vergangenen Jahr umso erbarmungsloser zuschlug. "Es fehlten fünf Enten, zwei Gänse und vier Hühner. Das waren mindestens zwei Füchse", ist sich Josef Mölders sicher. Dabei hatte er sich eigens eine Alarmanlage auf vier Hufen angeschafft. "Eigentlich habe ich mir den Esel zugelegt, weil er etwas Beruhigendes hat. Aber man hat mir auch gesagt, wo ein Esel ist, traut sich kein Fuchs hin", so Mölders. Zur Freude des Fuchses hat Esel Jocky allerdings einen ausgeprägten Tiefschlaf.

Über das Kinderlied "Fuchs du hast die Gans gestohlen" kann der Hobbybauer längst nicht mehr lachen, zumal er sich im Stich gelassen fühlt: "Ich habe die Polizei, den Nabu und das Ordnungsamt um Hilfe gebeten, aber niemand fühlt sich zuständig. Einzig Revierjäger Heiner Brings hat sich auf die Lauer gelegt und tatsächlich zwei Füchse erwischt." Das war vor dem letzten Beutezug Meister Reineckes in Wallach.

Josef Mölders hat jetzt zur Selbsthilfe gegriffen und Zäune tief in die Erde eingegraben, Eisenpfähle aufgestellt und Nägel auf die Zaunoberkante geschweißt. Tochter Corinna glaubt nicht, dass die Maßnahmen ausreichen: "Ich habe im Internet gesehen, dass Füchse locker über 1,70 Meter hohe Hindernisse springen." Weil sie sich Hilfe erhoffte, aber auch um andere Federviehhalter zu warnen, hat Corinna Mölders den Fall bei Facebook geschildert. Auf der Seite "Du bist Rheinberger, wenn" war die Anteilnahme groß. Einige wunderten sich, da der Fuchs eigentlich nur eine Ente mitnimmt, ein anderer berief sich auf einen Förster, der von einem Blutrausch gesprochen hat, in den Füchse geraten können und dann alles töten, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Josef Mölders glaubt das alles nicht so Recht. Laufenten will er sich vorerst aber trotzdem nicht mehr anschaffen: "Man baut eine Beziehung auf, spricht zu ihnen. Keines der Tiere landet im Kochtopf. Wenn Hühner und Gänse zum Beispiel keine Eier mehr legen, erhalten sie ihr Gnadenbrot. Wenn sie so wollen, ist das hier ein Altenheim für Hühner, Enten und Gänse."

Wichtig ist ihm eines: "Ich möchte an andere Halter appellieren, für größtmögliche Sicherheit und Aufmerksamkeit zu sorgen."

Quelle: RP
 
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