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Rheinberg
Der Große Markt erhält ein neues Gesicht

Rheinberg. Landschaftsarchitekt Johannes Reinders stellt am nächsten Mittwoch im Stadthaus in einer öffentlichen Sitzung vier Entwürfe vor. Die Meinung der Bürger ist gefragt. Von Uwe Plien

Was CDU-Mann Markus Geßmann in der Bauausschusssitzung sagte, können viele Rheinberger unterschreiben: "Für den Marktplatz in diesem Zustand muss man sich schämen", sagte er. Seit Jahren wird die Neugestaltung geplant, nun sind die ersten Schritte vorbereitet. Im Haushalt sind die Mittel für die Kanalsanierung eingestellt. Das war eine Voraussetzung in diesem Spiel: Erst soll der Kanal gemacht, dann der eigentliche Platz gestaltet werden. Im nächsten Jahr soll das passieren.

Unterdessen hat die Verwaltung das Duisburger Landschaftsarchitekturbüro Reinders beauftragt, neue Pläne zu erstellen. Dabei sollte das Büro die vor vier Jahren diskutierten Entwürfe berücksichtigen. Johannes Reinders unterbreitete dem Bauausschuss vier Vorschläge. In der nächsten Woche wird der Architekt noch einmal nach Rheinberg kommen. Am nächsten Mittwoch, 8. Juni, 19 Uhr, gibt es eine öffentliche Informationsveranstaltung im Stadthaus, Raum 249. Die Bürger sind aufgerufen, sich mit konstruktiven Anregungen an der Planung zu beteiligen. Jeder ist dazu eingeladen.

Reinders bekam aus den politischen Reihen viel Zuspruch für seine Vorarbeit. Er stellte zunächst die Stärken des Markts vor, dazu zählte er die außergewöhnlich schönen Häuserfassaden, die zentrale Friedenseiche und den ansprechend gestalteten Lindenplatz. Als Schwächen machte er ein starkes Gefälle nach außen, teilweise verkümmerte Bäume, die Parksituation und den unattraktiven Spielplatz aus. Seine Grundidee ist es, eine ruhige Platzfläche zu entwickeln; wobei sich "ruhig" auf das Pflaster bezieht, weil die umliegenden Pflasterungen sehr unterschiedlich seien.

Jeder Variante gab Johannes Reinders einen Titel. Die erste etwa heißt "Ein Platz erzählt Geschichte". Dabei soll die Pflasterung einheitlich sein, allerdings durchzogen von Stahlbändern, auf denen Daten zur Rheinberger Historie notiert werden könnten. Zur Belebung hat sich der Planer ein Fontänenfeld am Lindenplatz überlegt, und vor der St.-Peter-Kirche würde er gerne mit kastenförmig geschnittenen Linden die alte Bebauung andeuten.

In der zweiten Variante geht es vor allem darum, den Platz bis an die Häuser auf der Südseite (Weißer Rabe, Weinladen, Kleines Rotes) auszudehnen. Im dritten Entwurf soll die ursprünglich geplante schachbrettartige Pflasterung verwirklicht werden, während Variante vier das Gefälle durch einen Höhenausgleich verringert. Die Vorschläge lassen sich miteinander kombinieren, erklärte Reinders.

Das alles gefiel dem Ausschuss, der trotzdem nicht mit Kritik sparte. Man hätte die Unterlagen gerne vor der Sitzung gehabt, um sich ein Bild machen zu können, hätte auch gerne etwas zu den Kosten erfahren. Zudem fragte insbesondere die CDU, ob eine Bürgerbeteiligung jetzt überhaupt sinnvoll sei.

Der Beigeordnete Dieter Paus verwies auf eine veränderte Ausgangslage. Die Marktplatzgestaltung gehöre zum Integrierten Handlungskonzept und habe dadurch Aussichten auf eine 60-prozentige Förderung. So könne man bei einem gleich hohen finanziellen Anteil der Stadt mehr Geld investieren. Wichtig sei, dass die Planung noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werde. Darauf verständigte sich der Ausschuss letztendlich.

Quelle: RP
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