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Alpen
Der Räuber steht wieder auf der Bühne

Alpen: Der Räuber steht wieder auf der Bühne
Theo Rous Hans, Heinrich Struberg - genannt Struppi - und Winfried Cleve mit den Plakaten zum Stück. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Unter dem Titel "Brinkhoff II - Ich bin wieder da" bringt der Alpener Männergesangsverein den Bönninghardter Räuber Brinkhoff wieder auf die Bühne. Das Publikum kann sich auf eine Überraschung freuen. Von Erwin Kohl

Vor zwei Jahren hatte der Alpener Männergesangverein (MGV) Martonair zu seinem 50. Geburtstag mit enormem Aufwand die Geschichte des legendären Bönninghardter Räubers Brinkhoff als "Historical" auf die Bühne des Pädagogischen Zentrums an der Fürst-Bentheim-Straße gebracht. Der Erfolg war derart überwältigend - rund 1600 Besucher verfolgten die Aufführungen - dass eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit schien. Am 24. Oktober ist es soweit: Unter dem Titel "Brinkhoff II - Ich bin wieder da" geht die Räuberpistole weiter.

Neu dabei ist Regisseur Winfried Cleve. Der Schauspieler und langjährige künstlerische Leiter des Sonsbecker "SonQTheaters" musste sich allerdings umstellen: "Das ist Neuland für mich. Ich bin es gewohnt, mit sieben Schauspielern zu arbeiten, jetzt sind es siebenmal so viele." Für die Fortsetzung mussten natürlich neue - und vor allem bühnentaugliche - Geschichten her.

Eine Aufgabe für Texter Theo Rous, der sich bei der Ausarbeitung nur grob an den literarischen Vorgaben von Hermann Jung ("Die Vogelfreien von der Bönninghard") hielt, weil das Bühnenbild keine aufwendigen Umbauarbeiten erfordern sollte. Hinzu kam, dass die Plaggenhütte als Symbol bei allen Szenen präsent sein muss. "Das wäre mit den Originalgeschichten, die zum Teil im Keller spielen, nicht realisierbar gewesen", so Rous. Für Dirigent Hans-Heinrich "Struppi" Struberg war das kein Problem, er riet Theo Rous: "Hermann Jung hat sich die Geschichten ausgedacht, das kannst du auch."

Gesagt, getan: Es entstanden vier neue spannende und humorvolle Episoden, die nur marginal und vereinzelt an die Jung-Geschichten angelehnt sind. So etwa der geschichtlich belegte Besuch der Rheinberger Kirmes durch die Räuberbande. Der historische Rummelplatz mit seinen Wahrsagern und Bänkelsängern bot Rous eine prima Gelegenheit, skurrile Figuren einzuflechten wie Herrn van der Steen, der das Publikum mit einer Besonderheit überraschen wird. Die Kirmesszene stellte Cleve und Rous allerdings vor ein ganz anderes Problem: Ein nur aus Männern bestehendes Kirmespublikum wirkt unrealistisch. Es mussten also Frauen her, und wieder war es Struberg, der Rat wusste: "Die Frauen des Schützenthrons von König Bello Bühren hatten schon lange Interesse angemeldet, jetzt sind sie dabei und spielen gemeinsam mit drei Damen aus dem Cantemus-Chor aktiv mit."

Um das historische Ensemble komplett zu machen, fehlten noch Kinder. Wie gut, wenn man einen Dirigenten hat, der "Jan und alle Mann" kennt. "Lie Bruns führt an einer Grundschule in Düsseldorf-Kaiserswerth regelmäßig Kinder-Musicals auf, zuletzt die Räubertochter Ronja", erzählt Struberg. Das passte wie Brinkhoffs Faust aufs Auge, und so proben die Schüler im heimischen Kaiserswerth seit einem Jahr ihren Part. Winfried Cleve kann sich von dem Können des Nachwuchses erst bei der gemeinsamen Generalprobe überzeugen. Nervös macht den Regisseur das aber nicht: "Kein Problem, die Kinder haben Erfahrung." Auch was die Besetzung der Hauptfigur betrifft, gibt es eine Neuerung: Mit Ralf Palzer spielt jetzt ein Mitglied des MGV den Räuber Brinkhoff.

Ob es einen dritten Teil des "Historicals" geben wird, erscheint fraglich. Denn am Ende der Aufführung öffnet sich von Spezialeffekten unterstützt die Himmelstür. Ob es Gott oder der Teufel ist, der die Räuber in Empfang nimmt, erfahren die Besucher am 24., 25. und 31. Oktober.

Quelle: RP
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