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Alpen
Der Spielzeugmacher liebt Robinienholz

Alpen: Der Spielzeugmacher liebt Robinienholz
Mike Oberhäuser stellt Kinderspielgeräte aus Holz her: Jedes Teil wird von Hand gearbeitet. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Der Bönnighardter Schreiner bestückt Spielplätze in der Region, hat aber auch Anfragen aus dem Kölner Raum. Von Peter Gottschlich

Mike Oberhäuser liebt Holz, besonders Robinienholz. "Es ist hart und schwer", erzählt der 33-jährige Schreiner. "Es ist krumm und verwachsen. Außerdem ist es robust und fast unverwüstlich." Das sind gleichzeitig Eigenschaften, die auch der Bönninghardter verkörpert. "Ich will nicht mit einem geraden Stück Holz arbeiten", berichtet der Naturholzkünstler. "Oft setze ich mich abends hin, um zu schauen, welche Stämme zusammenpassen und harmonieren." Aus den Stämmen baut er liebend gerne großes Holzspielzeug für Spielplätze, zum Beispiel die Matschanlage mit Kletterturm am Evangelischen Kindergarten am Dahlacker in Alpen oder die Räuberrutsche mit Klettergerüst auf dem Bönninghardter Waldspielplatz.

Mit dem Holzspielzeug am Evangelischen Kindergarten hat alles angefangen. Im Frühjahr 2013 hat Oberhäuser es aus Robinienbalken gebaut. "Alles sollte möglichst aus Naturholz sein", erzählt Mike Oberhäuser, der sich zwei Jahre zuvor an der Alten Weseler Straße selbstständig gemacht hatte und seither unter dem Namen "Naturholzdesign am Niederrhein" firmiert. "Kunststoff habe ich gar nicht verbaut, nur einige Eisenschrauben." Beim Bau entdeckte er das Kind ins sich: "Alles sollte so sein, wie wir früher im Wald gespielt haben."

Er bildete sich zum zertifizierten Spielplatzprüfer weiter. "Das Zertifikat trägt den Titel DIN SPEC 79161", schmunzelt er über den deutschen Regelungssinn. Nachdem er das Zertifikat erworben hatte, übertrug ihm die Gemeinde Alpen die Spielplatzprüfung. "Einmal die Woche fahre ich alle 20 Spielplätze ab", erzählt der zertifizierte Spielplatzprüfer. "Ich unterziehe die Geräte einer Sichtprüfung."

Außerdem baute er im näheren Umkreis weitere Spielgeräte für Spielplätze, Kindergärten und Schulen. "Natürlich fertige ich auch andere Dinge, zum Beispiel Holzskulpturen oder Möbel", erzählt der Schreiner mit der Zusatzausbildung Holzbildhauer. "Die Unverwechselbarkeit liegt mir. Die habe ich schon bei meiner Lehre bei der Schreinerei Hoppermann in Rheinberg gelernt. Dort haben wir zum Beispiel Möbel gebaut."

Im Frühling hat er das Klettergerüst mit Räuberrutsche auf dem Bönninghardter Waldspielplatz gebaut. "Es wiegt fast 20 Tonnen", erzählt der Holzspielzeugbauer. "Insgesamt verarbeite ich rund 80 Tonnen Robinienholz im Jahr." Das Holz der Scheinakazien, wie die Robinie oft genannt wird, weil sie der Akazie äußerlich sehr ähnlich sieht, obwohl sie ganz andere innere Werte besitzt, bezieht er teilweise aus der näheren Umgebung.

Zum Beispiel hat er auf dem Räuberhügel des Bönnighardter Waldspielplatzes, sein Vorzeigeobjekt, zwei Stämme aus der Leucht verbaut. Manchmal lässt er das Holz auch von weiter her anfahren, beispielsweise aus Ostdeutschland. "Robinien kommen nur selten in Wäldern vor", berichtet er.

In seinem Betrieb, der postalisch schon auf Kamp-Lintforter Gebiet liegt, bearbeitet es der Fachmann mit Schälgeräten und Sägen. "Genau auf die Stunden schaue ich dabei nicht", sagt er. "Ich arbeite mit Herzblut. Sonst könnte ich keine Spielgeräte bauen." Die Qualität seines großen Holzspielzeuges hat sich mittlerweile über den Niederrhein hinaus herumgesprochen. "Kürzlich hatte ich eine Anfrage aus dem Kölner Raum", blickt er aufs nächste Jahr. "Vielleicht benötige ich für 2017 weiteres Personal, um alles schaffen zu können."

Kontakt: Naturholzdesign am Niederrhein, Inhaber Mike Oberhäuser, Telefon 0176 22808594 oder E-Mail an post@naturholzdesign-am-niederrhein.de

Quelle: RP
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