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Rheinberg
Die ärztliche Versorgung verbessern

Rheinberg. Dem Sozialausschuss lag ein von Flüchtlingshelfern erstelltes Konzept vor. Von Uwe Plien

Die Integration von Flüchtlingen hat viele Facetten. Auf eine machten Toni Führen und Hermann Bergs im Sozialausschuss aufmerksam. Die beiden ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer haben festgestellt, dass es Probleme gibt, wenn Flüchtlinge ärztlich behandelt werden müssen. Führen und Bergs haben ein Handlungskonzept zum Thema "Arztbesuche der Asylbewerber in Rheinberg" erarbeitet. Dieses Papier lag dem Sozialausschuss vor.

"Wir wollen erreichen, dass es eine klare Struktur von der Erkennung der Krankheit bis zur abgeschlossenen Untersuchung gibt", führte Hermann Bergs aus. "Das Ziel ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle." In ihrem Konzept führen die Initiatoren verschiedene Punkte auf. Dabei beziehen sie sich auf die Erfahrungen der Begleitpersonen und der Ärzte Dr. Gollan und Dr. Simon als Sprecher der Rheinberger Ärzteschaft. So sei es nicht immer gewährleistet, dass Asylbewerber bei einem Arztbesuch begleitet werden. Insbesondere Asylbewerber mit Verhaltensauffälligkeiten seien aber auf einen Ansprechpartner in der Unterkunft angewiesen, der den Arztbesuch sicherstellt.

Ein Hauptproblem sind die Verständigungsschwierigkeiten. Asylbewerbern sei es oft nicht möglich, sich in der Amtssprache verständlich zu machen. Hinzu komme, dass die Betroffenen die Strukturen in Arztpraxen nicht durchschauten. So komme es vor, dass trotz der Anordnung von Folgebesuchen durch den Arzt Termine nicht eingehalten werden. Weitere Aspekte, die Führen und Bergs in ihrem Papier nennen, sind die Tatsache, dass zum Beispiel bei Asylbewerbern keine Hausbesuche vorgenommen werden. Wünschenswert sei, dass Informationen über das deutsche Gesundheitswesen Bestandteil von Integrationskursen werden.

Führen und Bergs beziehen sich au eine vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegebene Studie. Demzufolge "weisen Migranten im Vergleich zu Einheimischen ein anderes Nutzungsverhalten des öffentlichen Gesundheitswesens auf. Es werden häufiger Rettungsstellen statt Hausärzte aufgesucht". Um dem entgegenzuwirken, sei es unabdingbar, Begleitpersonen und Dolmetscher einzusetzen sowie eine Koordinierungsstelle einzurichten. Ein Gesamtkonzept müsse erstellt werden.

Im Sozialausschuss erkannte man die Notwendigkeit, dieses Themas anzugehen, sehr wohl. Uneinigkeit herrschte allerdings über das Verfahren. Gesundheitsvorsorge sei Sache des Kreises, befanden Barbara Ettwig (Grüne) und Willi Jenk (CDU). Claudia von Parzotka-Lipinski (SPD) würde gerne konkrete Zahlen kennen, um sich ein Bild machen zu können. Beschlossen wurde letztlich die Prüfung der Angelegenheit. Die Verwaltung soll Gespräche mit dem Kreis führen und eine Arbeitsgruppe vorbereiten. Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach schlug vor, nach den Sommerferien einen Bericht vorzulegen. Die endgültige Entscheidung soll in der Novembersitzung fallen, gegebenenfalls werde eine Sondersitzung des Sozialausschusses einberufen.

Quelle: RP
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