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Alpen
Die Frau, die Flüchtlingshilfe koordiniert

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Alpen. Astrid Kummer kümmert sich mit zehn Stunden pro Woche hauptamtlich um Flüchtlingsfragen in Alpen. Von Bernfried Paus

Auch die Gemeinde Alpen geht aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen den nächsten Schritt: Neben der Unterbringung der Neuankömmlinge kümmern sich die Verantwortlichen im Rathaus nun auch personell um die inzwischen 210 asylbegehrenden Menschen, beziehungsweise um die vielen ehrenamtlichen Helfer.

Astrid Kummer, bislang schon ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv, hat ihre Arbeit als hauptamtliche Koordinatorin der Flüchtlingsshilfe aufgenommen. Zehn Stunden steht die gelernte Erzieherin, die zuletzt im St.-Anna-Kindergarten in Rheinberg gearbeitet hat, in ihrem Wohnort Alpen, zur Verfügung, weitere zehn Stunden den Flüchtlingshelfern in der Nachbarstadt Xanten.

Träger iher Stelle ist der Caritasverband Moers/Xanten, finanziert wird sie vom Rat als "Wertschätzung für die Helfer", so Bürgermeister Thomas Ahls. "Es ist sehr wichtig, dass nun verlässlich jemand da ist mit einem offenen Ohr für die Fragen und Anliegen der Flüchtlingshelfer", sagt Ludger Funke, Leiter des Fachbereiches Soziales. Das sei nicht nur eine Hilfe für die Helfer, sondern entlaste auch sein Team im Rathaus, das seit Monaten extrem gefordert sei. Die Koordinatorin, Mutter von drei Kindern, organisiert unter anderem die sprachliche Betreuung der Flüchtlinge, die Begleitung bei Behördengängen und sichert auch die emotionale Unterstützung von Helfern und ihrer Klientel. "Wir müssen nun sehen, wie die Arbeit anläuft", so der Bürgermeister, "eventuell müssen wir bei Bedarf das Angebot noch ausweiten." Schließlich sei der Umfang der Zuweisung schwer kakulierbar. "Doch wir merken bereits, dass es an einigen Ecken knirscht", so Ahls.

Astrid Kummer ist gelernte Erzieherin. Sie war zunächst ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert und kümmert sich jetzt mit zehn Stunden professionell vornehmlich um die Belange der Helfer. FOTO: Armin Fischer

Auch weil Alpen seine Flüchtlinge inzwischen auf ein Dutzend Standorte verteilt habe, in Kürze können zwei Wohnhäuser in Alpen und Menzelen "mit erheblichem Raumpotenzial" bezogen werden, wachsen die Anforderungen.

Die Caritas, die in mehreren Städten und Gemeinden der Region mit eigenen Kräften in der Flüchtlingsarbeit engagiert ist, sichert zunächst den wertvollen Austausch der professionellen Betreuer und sorgt auch für wichtige Qualifikation für die anspruchsvolle Arbeit. "Die bereits funktionierende interkommunale Zusammenarbeit ist auch in dem Fall ein Segen", sagte Caritas-Geschäftsführer Henric Peeters.

Astrid Kummer lobt das große Herz der Alpener Bevölkerung. Das habe bisher sichergestellt, dass jeder Fremde durch einen Paten schnell zu einem Vertrauten wurde. Das schränke das sicher vorhandene Konfliktpotenzial erheblich ein.

Gleichzeitig sind die Flüchtlingshelfer dabei, einen Verein zu gründen. Das schafft nicht nur verlässliche Strukturen, um die Aktivitäten geordnet abzustimmen, sondern auch die Möglichkeit, Spendenquittungen auszustellen. Die Satzung sei fertig, so Kummer, die Vereinsgründung lasse nicht mehr lange auf sich warten.

Quelle: RP
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