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Alpen
Die Frau mit Sixpack in der Bikini-Klasse

Alpen: Die Frau mit Sixpack in der Bikini-Klasse
In der Bikini-Klasse reichte es zum Landesmeistertitel. FOTO: NN
Alpen. Arzthelferin Julia Strohner (30) aus Menzelen-Ost ist amtierende Landesmeisterin im Bodybuilding. Von Erwin Kohl

Der Händedruck von Julia Strohner ist zart wie der eines Teenagers, ihre Augen versprühen unbekümmerte Fröhlichkeit, und ihre Stimme trägt den Charme einer Wellness-Beraterin in sich. Kaum zu glauben, dass mehr als 500 Menschen vor wenigen Monaten im baden-württembergischen Wiesloch bei der Deutschen Meisterschaft im Bodybuilding den muskelgestählten Körper dieser Frau bewundert haben. Als frisch gebackene Landesmeisterin vertrat die Sportlerin aus Menzelen-Ost Nordrhein-Westfalen in der seit fünf Jahren ausgetragenen Bikini-Wettkampfklasse.

"Ich habe nicht erwartet, dorthin zu fahren, aber dann war es mein Ziel, das Finale zu erreichen", erklärt die Arzthelferin. Dafür musste ein Platz unter den ersten sechs von insgesamt 13 Teilnehmern her. "Das hat leider nicht geklappt, ich bin schon enttäuscht", gesteht sie.

Die Anerkennung für ihren trainierten Körper ist für Julia Strohner ein wichtige Motivationshilfe fürs "Eisenfressen" im Studio. FOTO: Privat

An ihrer Form habe es nicht gelegen, dass die Kampfrichter sie nicht für das Finale vorgesehen hatten, vielmehr lag es an der noch fehlenden Erfahrung bei großen Wettkämpfen. Große Anspannung, zu viel Lampenfieber und mangelnde Routine - all das kam an diesem Tag zusammen. Ans Aufgeben denkt die 30-jährige deshalb aber keineswegs, im Gegenteil. Sie stürzte sich in die Vorbereitungen für das Turnier "Cologne Beach Style" in Köln. Und die haben es in sich. Denn neben dem richtigen "Posing" kommt es natürlich auf die Muskulatur an. Die unterscheidet sich übrigens nicht grundlegend von der ihrer männlichen Pendants, verrät Julia Strohner: "Einen Sixpack-Bauch sollte man auch als Frau haben, das gehört zum Erscheinungsbild, daneben wird auf die Muskulatur an Po und Schultern geachtet."

Dafür stemmt sie jeden Tag eineinhalb Stunden lang Gewichte im Moerser Fitnessstudio ihres Trainers und Lebensgefährten Markus Mertzenich. Das alleine reicht allerdings nicht. Entscheidend ist die richtige Ernährung. "Eine spezielle Wettkampf-Diät hilft, Körperfett in Muskulatur umzuwandeln. Meine Nahrung ist fast ausschließlich eiweißhaltig. Kohlehydrate sind tabu", erläutert die gelernte Bürokauffrau. Das geht so weit, dass sie ihr Frühstücksei trennt und nur das Eiweiß isst.

"Das klingt vielleicht eintönig. Tatsächlich handelt es sich aber lediglich um eine Ernährungsumstellung. Das klappt gut. Denn man wird mit der Zeit erfinderisch", so Strohner. Muskelaufbau-Präparate oder gar Anabolika lehnt sie ab, auch wenn es hierzulande bei Wettkämpfen noch keine Dopingkontrollen gibt. "Das ist sowieso ein Klischee. Ich kenne niemanden, der zu solchen Mitteln greift", sagt sie.

Als sie mit dem Bodybuilding anfing, fand das nur ihr Bruder super. "Meine Mutter meint immer noch, das muss nicht sein. Aber bei Wettkämpfen fiebert sie kräftig mit", freut sich die Athletin. Julia Strohner möchte dem Bodybuilding noch viele Jahre treu bleiben, auch wenn das tägliche "Eisenfressen" anstrengend ist. "Die Wettkämpfe machen einfach sehr viel Spaß. Man bekommt Anerkennung für das Geleistete", sagt sie. Das scheint ansteckend zu sein. Jedenfalls steht der Nachwuchs schon bereit: "Meine Tochter Celina sieht mir beim Training immer ganz gespannt zu."

Quelle: RP
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