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Alpen
Die Frauen-Union - eine starke Truppe

Alpen. Vor 40 Jahren wurde die Abteilung innerhalb des Alpener CDU-Gemeindeverbands gegründet. Festakt am 28. April. Von Bernfried Paus

Fünf von 18 CDU-Mandaten im Rat werden von Frauen besetzt. Immerhin. Als sich die Frauen-Union (FU) in Alpen einst auf den Weg machte, waren Frauen und Politik zwei wesensfremde Welten. So gesehen haben die Frauen in der CDU etwas in Bewegung gesetzt. Die Frauen-Union jedenfalls ist ein selbstbewusster Faktor im politischen Leben der Gemeinde.

Angefangen hat's vor vier Jahrzehnten, genau am 28. April 1975 - eher nach klassischem Rollenmuster. Die CDU hatte Mitte der 70er Jahren die gute Idee, einen Seniorennachmittag auf die Beine zu stellen. Und wer bot sich da besser an als die Frauen. Die konnten leckeren Kuchen backen und Kaffee ausschenken. Sie wurde eine Frauenvereinigung gegründet, die diese Aufgaben gern übernahm, berichtet Inge Keil-Raven (77), die die Frauen-Union von 1978 bis 2003 ein Vierteljahrhundert geführt hat.

"Damals gründeten Frauen allenfalls Kegel-Klubs", sagte Ratsfrau Angelika Sura (58), als Team-Sprecherin inzwischen auch schon zwölf Jahre im Amt, über den politischen Mut in der Gründerinnenphase. Die Chefinnen-Rolle übernahm Doris Sevens, Ehefrau des früheren Gemeindedirektors Franz Sevens.

Einigen Damen waren Kuchen backen und Kaffee kochen schon bald nicht mehr genug, auch wenn der CDU-Seniorennachmittag nach wie vor im politischen Jahreskalender auftaucht. Nur den Kuchen backen jetzt Profis. Inge Keil-Raven steht für die verstärkte Hinwendung zur inhaltlichen politischen Arbeit.

Die Münchnerin war 1969 nach Alpen gekommen. "In meiner Familie war Politik immer ein zentrales Thema", sagt die heute 77-Jährige. Ende der 70er Jahre hat sie in Alpen Klinken geputzt, ist von Haus zu Haus gegangen im erbitterten ideologischen Kampf gegen die kooperative Gesamtschule (Koop).

"Man hat mich gefragt, ich bin gekommen, kam als Vorsitzende aus der dunklen Kammer wieder raus", erinnert sich Inge Keil-Raven, die als Sekretärin in den 80ern/90ern Büroleiterin des CDU-Landtagsabgeordneten Gerd Ripkens war. Zunächst gründeten auch die CDU-Frauen einen Kegel-Klub. Nicht nur aus Geselligkeit, auch um auf der Bahn ein Stück Unabhängigkeit von der von Männern dominierten Mutterpartei zu erlangen. "Wir brauchten das Geld, das wir da eingespielt haben, um unsere Aktivitäten zu finanzieren", erläutert die langjährige Vorsitzende.

Ihr Ziel sei es gewesen, "Frauen zu informieren und zu motivieren, sich politisch zu engagieren". Das habe anfangs nicht allen Männern gefallen, sie aber nicht davon abgehalten, bei Mitgliederversammlungen der CDU immer auch die Belange der Frauen-Union zur Sprache zu bringen. "Wir mussten uns schon durchsetzen", sagt Inge Keil-Raven.

Die Felder, auf denen sich die rund 80 CDU-Frauen tummeln, waren vielfältig. Sie engagierten sich für die Kinder im Ort, radelten zum Spielplatz Bönninghardt oder fuhren zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe. In den 90ern sorgten sie sich um Flüchtlinge, die während des Balkankrieges nach Alpen kamen, aber auch um bedürftige Einheimische, bestückten einen Hilfstransport in den Kosovo.

Präsent ist die FU mit Ständen auf dem Markt: zu Ostern, Weihnachten, zum Muttertag und vor Wahlen. Zudem befassen sich die Frauen mit gesellschaftspolitischen Fragen. Dazu werden Experten zu Vorträgen eingeladen. Oder es werden namhafte Firmen besucht. Die CDU-Frauen waren Teil der deutsch-belgischen Partnerschaft mit Herentals und haben sich fit gemacht in Erster Hilfe. Auf all das sind die CDU-Frauen zu recht stolz. Darauf wollen sie mit ihren Gästen am Geburtstag, Dienstag, 28. April, froh gelaunt anstoßen beim kleinen Festakt ab 18 Uhr in der "Burgschänke".

Quelle: RP
 
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