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Alpen
Die katholische Kirche in Zahlen

Alpen. Katholische Gemeinden beklagen weiterhin einen Rückgang bei den Pfarrmitgliedern, aber die Entwicklung hat sich verlangsamt. In Alpen steigt die Zahl der Taufen deutlich, in Xanten sind's weniger geworden. Von Peter Kummer

Der Trend zum Austritt aus der Katholischen Kirche hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt. Sicherlich: Die Pfarrgemeinden in Alpen/Rheinberg/Sonsbeck/Xanten schrumpfen weiter, doch nicht mehr in dem Maße wie in der Vergangenheit. Der Rückgang 2016 gegenüber 2015 beträgt 23 Prozent, ergab die jetzt veröffentlichte Statistik für das Bistum Münster. Trotzdem: "Eine schmerzhaft hohe Zahl. Das sollten wir nicht einfach so hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen", kommentiert Bischof Dr. Felix Genn die Zahlen. "Vielleicht, so hoffe ich, haben wir im Blick auf die Kirchenaustritte den Tiefpunkt überschritten."

Alpen verzeichnete 46 Austritte gegenüber 55 im Jahr 2015 und Rheinberg 45 (83). In Xanten blieb die Zahl fast unverändert bei knapp über 40; nur Sonsbeck meldete mit 25 Kirchenaustritten mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich hat sich die Zahl für alle vier Kommunen um rund 23 Prozent verringert. Das ist mehr als der Bistumsdurchschnitt von rund 18 Prozent.

Die Gründe für die Kirchenaustritte sieht der Dechant für Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten, Pfarrer Martin Ahls, weniger in der Kirche an sich. "Sie erfolgen nicht aus Enttäuschung und einem nicht entgegengebrachten Vertrauen", sagt er. Vielmehr sei es eine Frage von Beziehung und Nicht-Beziehung zur Kirche.

Das Bistum Essen hat genau zu dieser Frage eine Studie in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse sind veröffentlicht, die Untersuchung selbst ist aber erst Anfang 2018 abgeschossen. Bei der Umfrage hätten sich zwei Hauptmotive für den Kirchenaustritt heraus kristallisiert, fasst der Religionspädagoge Ulrich Riegel zusammen: "erstens Entfremdung und zweitens fehlende Bindung". Kirche werde von Ausgetretenen als Institution erlebt, "die aus Machtinteressen und Ränkespielen besteht", so Riegel. Ein weiterer Austritts-Grund sei eine "nicht mehr zeitgemäße Haltung".

Insgesamt habe sich bestätigt, was auch frühere Studien bereits gezeigt hätten, so Riegel: Ein Kirchenaustritt ist meist ein langfristiger Prozess. Oft genannte Themen wie die Kirchensteuer, öffentlich wirksame Skandale oder persönliche Enttäuschungen seien dabei eher nur Auslöser für Austritte, hinter denen jeweils oft tieferliegende Gründe stünden.

Riegel spricht von einem "Kosten-Nutzen-Kalkül" von Kirchenmitgliedern, wenn etwa positive Erfahrungen bei Hochzeit oder Taufe durch schwerwiegende Enttäuschungen derart getrübt würden, dass der Austritt die Konsequenz ist. Er betont indes: "Feiern wie Hochzeit, Kommunion oder Taufen sind die Momente, in denen Kirche noch am meisten Leute erreicht, eine gewisse Monopolstellung hat und punkten kann."

In den Katholischen Pfarrgemeinden von Alpen/Rheinberg/Sonsbeck/Xanten nahezu unverändert geblieben ist die Zahl der Taufen; sie lag 2016 bei 300 (297). Dabei fällt auf, dass Alpen eine deutliche Zunahme vorweist (94/72), in Xanten hingegen ihre Zahl stark zurückgegangen ist. (79/106). Zur Erstkommunion sind in den vier Kommunen 331 Kinder gegangen (2015: 335). Auffällig Xanten: minus zehn Prozent (90/101).

Quelle: RP
 
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