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Alpen
Die musikalische Olympia-Prüfung

Alpen: Die musikalische Olympia-Prüfung
Ruth Renata Reuer leitet FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Alpen. 28 Mädchen und Jungen bewiesen ihre Fähigkeiten bei zehn Übungen in der Wilhelm-Koppers-Grundschule. Von Erwin Kohl

Die olympische Gedanke erhielt in der Wilhelm-Koppers-Grundschule in Menzelen Ost eine musikalische Note. Auf Einladung des Musikvereins Menzelen, des Volksmusikerbundes und der Schule durften sich 28 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 5 und 14 Jahren im Rahmen einer "Musikolympiade" messen. Ein Klavier wurde gestellt; Geigen, Trommel oder Saxophone mussten die Teilnehmer mitbringen.

Insgesamt zehn Disziplinen, im Schwierigkeitsgrad an Alter und Leistungsstand der Kinder angepasst, galt es zu bewältigen. "Dazu zählen einfache Dinge wie das Notenmemory und rhythmisches Klatschen sowie auch anspruchsvolle Aufgaben wie die Dynamikprüfung, bei der Töne nicht nur gehalten, sondern in der Lautstärke erhöht werden müssen", erläutert Malte Kolodzy die Spielregeln. Dem Vorsitzenden des Menzelener Musikvereins geht es an diesem Tag um weit mehr als das spielerische Element eines Wettbewerbes: "Der Volksmusikerbund bildet Musiker in unterschiedlichen Bereichen aus. Diese Standards werden sogar im Studiengang anerkannt. Bei uns absolvieren die Teilnehmer heute die E-Prüfung, die ist halboffiziell, gilt aber als Einstieg in die Leistungsabzeichen."

Etwa die Hälfte der Teilnehmer ist bereits Mitglied im Musikverein, von der anderen hofft Malte Kolodzy, dass sie an diesem Tag auf den Geschmack kommen. Damit die Mitwirkenden völlig unvoreingenommen an die Disziplinen herangehen, hat man eine entscheidende Kleinigkeit verschwiegen. "Sie wissen nicht, dass sie an einer Prüfung teilnehmen, das würde sie unnötig nervös machen", erklärt Kolodzy. Dabeisein ist alles, deshalb bekommt jeder Teilnehmer am Ende des Tages das Musikabzeichen und eine Urkunde.

Zum gekonnten Umgang mit einem Instrument zählt neben fundierten Notenkenntnissen die Gehörbildung. Um die zu fördern, erwartet Sascha Angenendt die Teilnehmer mit Gläsern und einem Löffel. Es gilt, exakt so viel Wasser in Gläser zu schütten, bis diese nach dem Anschlag mit dem Löffel denselben Ton hervorbringen. Nebenan überprüft Werner Terfloth die spielerischen Fähigkeiten. Mit ihren Instrumenten sollen die Schüler Tonleiter und ein Lied nach Wahl vorspielen. Eine Aufgabe, die Linn-Marie Völker mit ihrer Geige und auch am Klavier perfekt meistert. Liebe zur Musik und sehr viel Übung lautet ihr Erfolgsrezept. "Ich weiß gar nicht mehr, wann ich damit angefangen habe, das ist schon so lange her", berichtet die Siebenjährige. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln, darum ging es in Disziplin zwei, dem freien Musizieren ohne Noten. "Die Kinder erkennen auf dieses Weise, dass ihre Finger von ganz alleine spielen können", begründet Karin Krone die Übung. Dennoch legt man im Verein von Beginn an großen Wert auf Notenkenntnisse. Spielen nach Farben oder Zahlen kommt für die Menzelener Musiklehrer nicht infrage. "Wir investieren lieber zu Beginn mehr Zeit in die Notenkunde, auf diese Weise können die Schüler später ohne Schwierigkeiten auf ein anderes Instrument umsteigen", so Krone. Im Rahmen des großen Maikonzertes am 1. Mai werden die Siegerurkunden verliehen.

Quelle: RP
 
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