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Rheinberg
Die neue Küsterin für St. Peter in Rheinberg

Rheinberg. Die gelernte Krankenschwester und Pflegemanagerin Birgit Lond arbeitete schon in ihrer Heimatgemeinde St. Johannes Homberg für die Kirche. In Münster hat sie eine Sakristanausbildung absolviert. Von Nicole Maibusch

"Ich habe mich gleich in die St. Peter Kirche verliebt; hier atmet man Geschichte, es gibt so viele historische Schätze zu entdecken", gibt Birgit Lond zu. Kein Wunder: Das rund 900 Jahre alte Rheinberger Gotteshaus steht in denkbar krassem Gegensatz zu ihrer letzten Wirkungsstätte St. Liebfrauen in Duisburg-Homberg - ein moderner, sehr schlicht gehaltener Kirchbau.

Seit 1. Januar ist die 48-Jährige Küsterin in der Rheinberger St. Peter Gemeinde und in diesem Rahmen auch zuständig für die St. Nikolaus Kirche Orsoy. In Teilen betreut sie zudem St. Hermann-Josef in Eversael.

Viel zu entdecken gibt es für die Hombergerin derzeit nicht nur in den Kirchen. Momentan geht es insbesondere darum, sich in den Gemeinden zu orientieren und die Menschen kennenzulernen. "Ich bin in Rheinberg offen und freundlich, mit klaren Worten aufgenommen worden", freut sich Birgit Lond.

Viel Freiraum bleibt dennoch nicht, ihre Zeit muss die neue Küsterin gut einteilen. Es gilt, zwei Kirchen und zwei Pfarrheime zu organisieren. Für die verheiratete Mutter eines Sohnes eine neue Herausforderung. Denn allein mit dem Läuten von Glocken und Anzünden von Kerzen ist der Job eines Küsters nicht getan. Erst im letzten Jahr hat sie in Münster eine neunmonatige Sakristanausbildung absolviert. Dazu gehören unter anderem Lehrinhalte aus Glaubenslehre, Liturgie, Sakristandienst, aber auch ganz praktische Dinge wie Brand- und Arbeitsschutz oder Abrechnung.

Dass ihr Auftakt in Rheinberg ausgerechnet mit dem Weggang von Pfarrer Schmitz zusammenfiel, sieht Birgit Lond nicht als Nachteil. Für sie gehören Spontanität, Flexibilität und Humor zur persönlichen Grundausstattung eines Küsters. "Dann müssen manche Fragen eben geklärt werden, wenn der neue Pfarrer vor Ort ist, es gibt genug anderes zu tun", sagt sie pragmatisch. Grundlegende Änderungen oder Anpassungen könne man ohnehin erst anstreben, wenn man ein ganzes Kirchenjahr durchlaufen habe.

Dass sie als gelernte Krankenschwester und Pflegemanagerin einmal für die Kirche Dienst tun würde, hat sich Birgit Lond übrigens nie träumen lassen. "Ich habe eine veritable katholische Erziehung genossen, und der Glauben hat bei uns immer eine Rolle gespielt", berichtet sie. Doch in ihren neuen Beruf als Küsterin sei sie irgendwie "reingeschliddert".

In ihrer Heimatgemeinde St. Johannes Homberg sei eine der beiden Küsterinnen plötzlich verstorben, da habe sie kurzerhand ausgeholfen. "Daraus wurde Helfen gegen Bezahlung", schmunzelt Lond. Als dann in der Liebfrauen-Gemeinde eine Küsterstelle vakant geworden sei, habe sie auch diese übernommen. Den Schritt, aus der Heimatgemeinde wegzugehen, hat Birgit Lond wohlüberlegt unternommen. "Die Fusion von Liebfrauen, St. Johannes und St. Peter in Homberg ist beschlossene Sache", erklärt sie. Da sei die ausgeschriebene Stelle in St. Peter Rheinberg ein Glücksfall gewesen. Übrigens: Birgit Lond ist Hombergerin mit Leib und Seele, und das wird sie auch künftig bleiben. Ein Umzug sei nicht geplant. Daran ändern auch die unregelmäßigen Arbeitszeiten nichts. "Meine Familie steht diesbezüglich voll hinter mir", freut sich St. Peters neue Küsterin.

Quelle: RP
 
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