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Alpen
Die neue Tankstelle nimmt Form an

Alpen. Ausgerechnet eine Tankstelle hat den Verkehrsfluss ins Dorf ausgebremst. Allerdings nur noch bis heute. Dann liegen die schweren Fahrbahnplatten auf der Baustelle am Ortseingang unmittelbar an der Kreuzung der Rathaus- mit der Weseler Straße (B 58). Hier auf dem Gelände von Kfz-Meister Jürgen Terlinden baut - wie mehrfach berichtet - der Mineralölkonzern Jet seit Ende Mai eine Tankstelle. Wie der Polier der beauftragten Firma Albrecht aus Grevenbroich sagte, liege das Projekt voll im Zeitplan. Ende September könnten aus baulicher Sicht die Regale im Shop eingeräumt und die Zapfpistolen freigegeben werden. Von Bernfried Paus

Jürgen Terlinden (40), der das rund 8000 Quadratmeter große Gelände an der Bundesstraße vor sechs Jahren ersteigert hat, ist zufrieden mit dem, was steht: "Das Interesse an der Tankstelle wächst täglich", sagt der Mann, der nebenan eine freie Werkstatt betreibt und lange nach dem passenden Partner für die Tankstelle gesucht hat. Er ist mehr denn je davon überzeugt, dass er mit seiner Wahl richtig liegt: "Ich stelle fest, dass ich in der Werkstatt deutlich mehr zu tun habe, seit es auf der Baustelle losgegangen ist."

Sein Leitbild bei der Partnerwahl hatte Terlinden im RP-Gespräch damals so formuliert: "Gute Qualität zum vernünftigen Preis." Das gelte für seine Noch-ein-Mann-Werkstatt und eben auch für die Jet-Tankstelle. Der Konzern gehört zwar nicht zu den Premium-Tankstellen, will aber durch Preis und Leistung überzeugen. Und die gelbe Marke bringt sich aktuell im Fernsehen in der Sportschau-Pause noch besser ins Spiel.

Ehe in Alpen der erste Jet-Tropfen aus dem Zapfhahn fließt, dauert's nicht mehr allzu lange. Aber es ist noch viel zu tun. Nachdem der mächtige Autokran heute die letzte der rund 30 grauen Fahrbahnplatten, jede knapp 2,8 Tonnen schwer, vom Lastwagen aus an die richtige Stelle gehievt hat, kommt das Stahldach auf die drei Beton-Träger die schlank in den Himmel ragen und schützt fortan die drei Säulen mit insgesamt sechs Zapfpunkten - jeder mit Diesel, Super und E 10.

Die 60.000 Liter fassenden Tanks liegen seit Ende Juni neben dem Shop gut drei Meter tief in der Erde. Auch das ein Kraftakt: Jeder der 12,70 Meter langen Kolosse bringt gut 13 Tonnen auf die Waage - leer versteht sich. Die Anschlüsse sind dicht. Der Kraftstoff kann kommen.

Die größte Herausforderung für den Bautrupp, täglich waren rund ein halbes Dutzend Männer auf der Baustelle beschäftigt, wartete gleich zu Beginn, berichtete der Polier, der seine Namen nicht in der Zeitung lesen möchte: "Als wir den Boden ausgekoffert haben, sind wir auf ungeheure Mengen Trümmerschutt gestoßen, der hier verbuddelt war und abtransportiert werden musste." Glücklicherweise sei kein explosives Relikt darunter verborgen gewesen. Die Bombensuche verlief negativ. Dennoch. Die Beseitigung der Kriegslast habe Zeit gekostet.

Aber das ist auf der Zielgeraden eigentlich kein Thema mehr. Inzwischen sind die beiden Stellen für die Pylone ausgemessen und markiert für die gut acht Meter hohen Pylone in der Jet-Farbe gelb. An denen wird Autofahrern gut sichtbar der aktuelle Sprit-Preis angezeigt: Ein Pylon kommt wenige Meter von der B 58 zu stehen, der andere an der Tankstellenausfahrt zum Dorf hin.

Jürgen Terlinden freut sich, dass der Tankbetrieb vor seiner Werkstatt bald losgeht. "Viele meiner Kunden fragen danach, wann's endlich so weit ist." Dann so das Kalkül des Meisters, werden noch mehr Autofahrer auf seine Dienste aufmerksam und seine Hebebühne ansteuern.

Bei statistisch erhobenen 18.000 Autos, die in 24 Stunden die B 58-Kreuzung passieren, sollten genug anhalten, einen Tankstopp einlegen und seine Werkstatt registrieren. Geht die Rechnung auf, wird er noch mehr Stunden schrauben, was das Zeug hält. Dann ist es an ihm, seine Kundschaft mit "Qualität zum vernünftigen Preis" an sich zu binden.

Quelle: RP
 
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