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Rheinberg
Die Welt ist zu Besuch in Rheinberg

Rheinberg. Pädagogischer Austauschdienst: Elf Jugendliche aus aller Welt besuchen zwei Wochen das Rheinberger Amplonius-Gymnasium. Von Julia Marie Braun

"Steig ein, PAD" - elf Austauschschüler rufen das Motto des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD). Die jungen Leute kommen aus unterschiedlichsten Ländern und wurden in ihrer Heimat für besondere Leistungen im Fach Deutsch ausgezeichnet. Sie haben erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen, zählten zu den Besten. Und sie haben sich damit eben für eine Reise nach Deutschland qualifiziert, um den Alltag in einer für sie fremden Welt kennenzulernen. Heute kommen sie für zwei Wochen nach Rheinberg.

Die Kosten des Aufenthalts werden vom PAD getragen, der die Wettbewerbe ausrichtet. Er gilt als einzige staatliche Einrichtung in Deutschland, die einen internationalen Austausch fördert.

Die 16- bis 17-Jährigen haben sich zunächst in Bonn getroffen. Sie kommen aus Albanien, Bulgarien, Benin und Palästina. Es fehlten da noch zwei Preisträger aus Madagaskar. "Ich habe viele, lustige Menschen kennengelernt, die mir ihre Welt erklären, und ich zeige ihnen meine", erzählt Laurelie Grossart. Die 16-Jährige hat bereits zwei Mal am Austausch teilgenommen. Die "Begegnungsschülerin" aus Alpen begleitet die Gäste auf ihrer Tour.

Nachdem sie Bonn und München erkundet hatten, wohnen die Austauschschüler in Rheinberger Familien. Heute kommen sie an, bleiben bis zum 9. September und lernen das Familienleben kennen; sie werden von Bürgermeister Frank Tatzel empfangen und fahren mit ihren Gastgebern nach Düsseldorf. Dort werden die Austauschschüler die WDR-Studios kennenlernen und bei guter Sicht Düsseldorf vom Fernmeldeturm bestaunen können.

Außerdem fahren sie nach Xanten, besichtigen die Stadt, sehen den Dom und besuchen den Archäologischen Park. Einen internationalen Abend, an dem die Gäste ihre Freunde mit heimischen Köstlichkeiten bekochen, gibt es ebenfalls.

Da ist eine Menge Spaß garantiert. "Sie tragen traditionelle Kleidung, singen und tanzen, erzählen Geschichten aus ihren Ländern", sagt Sabine Lambertz-Wirth, Lehrerin am Rheinberger Amplonius-Gymnasium, die den Aufenthalt organisiert.

Die Austauschschüler besuchen den Unterricht ihrer Gastgeber, haben aber auch gemeinsam Deutschunterricht. Eine ehemalige Schülerin des Amplonius-Gymnasiums hilft ihnen bei der Produktion einer Zeitung, in der sie Texte über sich und ihre Heimat schreiben. Dazu kommen Lieblingsrezepte, Sprüche und Fotos. "Manchmal entwickelt sich ein Lied während der Reise, das sie auch gerne aufschreiben", berichtet die Organisatorin.

Deutsche Lieblingswörter finden in der Zeitung ebenfalls ihren Platz. Rabina aus Albanien findet das Wort "Herausforderung" toll, Jamila aus Palästina "Überraschung", und Vladimir aus Bulgarien gefällt "buchstabieren".

"Die Kontakte halten jahrelang", unterstreicht Sabine Lambertz-Wirth. "Es bildet sich immer eine gute Gruppengemeinschaft", erzählt sie. Zum Abschied wird Ina aus Albanien ihre neuen Freunde mit "Auf Wiedersehen" verabschieden. Zusammen brechen sie mit ihrer Gruppe in Richtung Berlin auf - und rufen im Chor: "Steig ein, PAD."

Quelle: RP
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