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Rheinberg
Diesmal ein etwas anderes Gemeindefest

Rheinberg. "Gestern war ein guter Tag für Akzeptanz, und heute begegnen wir uns alle", erklärte Prädikant Stephan Brockschmidt am Sonntag zum Ende des Familiengottesdienstes. Auf Initiative des CVJM ging dem Fest der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg ein Tag der Begegnung voraus. "Ich bin anders - und das ist gut so!", lautete das Motto, das von rund 250 Besuchern mit Leben gefüllt wurde. Von Erwin Kohl

"KoKobend", ein Bandprojekt der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung oder die integrative Formation Spirit Steps, beide aus Mülheim, kümmerten sich neben "TEN Sing Moers" um das musikalische Rahmenprogramm.

Im Vordergrund stand an beiden Tagen der Dialog zwischen Menschen, die vermeintlich anders sind. "Es kamen Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde, Menschen aus den Caritaswerkstätten und -heimen und vier Syrer aus einem Moerser Flüchtlingsheim, die beim Aufbauen mitgeholfen haben. Wir hatten sehr viel Spaß miteinander", freute sich Pfarrer Udo Otten, der den dürftigen Besuch an beiden Tagen bemängelte. "Wir reden von Integration, aber niemand geht hin. Die Chancen werden einfach nicht genutzt", so Otten enttäuscht.

Auf einen möglichst großen Besucherandrang hoffte auch Anke Sczesny. Mithilfe einer großen Tombola möchte die "Haus der Generationen"-Leiterin ihren 70 Müttern aus den Eltern-/Kind-Gruppen eine Freude machen: "Die Frauen wünschen sich schon so lange eine Nestschaukel, in der gleich mehrere Kinder wohlbehütet geschaukelt werden können." Um die 1500 Euro für das Spielgerät zusammenzubekommen, haben die Mütter ihre Beziehungen spielen lassen: Von Geschäftsleuten zwischen Essen und Kleve kamen so über 200 attraktive Preise zusammen. Damit auch die ganz Kleinen nicht zu kurz kommen, haben sich die Gemeindeglieder ein pfiffiges Spiel ausgedacht. Einfach ein paar Blätter Toilettenpapier an Wäscheleinen hängen, daran ein paar schmackhafte Preise und los geht's. Für Tim Schröder war das kein Problem, er beherrschte den Umgang mit der Wasserpistole derart perfekt, dass die Tüten mit den Gummibärchen reihenweise zu Boden fielen.

Mal so richtig aus der Rolle fallen durfte der Nachwuchs bei den Mitarbeiterinnen des Evangelischen Familienzentrums Kinderhaus. "Die Kinder können sich schminken und verkleiden und so in die Rolle von Tieren oder anderen Menschen schlüpfen. Rollenspiele sind für die Entwicklung ganz wichtig", erläutert Bettina Stermann.

Mit Hut oder Glitzerbluse posierten sie vor der Kamera der Erzieherin, das fertige Bild surrte Minuten später aus dem Drucker. Leichter Nieselregen sorgte dafür, dass das Kastanienkonzert des Gospelchores "Females sing 4fun" und dem Akkordeonspielkreis Rheinberg kurzerhand in die Kirche verlegt werden musste. Der Spielfreude der Musiker tat dies keinen Abbruch.

Quelle: RP
 
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