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Rheinberg
DLB legt gutes Zwischenergebnis vor - obwohl gespart werden muss

Rheinberg: DLB legt gutes Zwischenergebnis vor - obwohl gespart werden muss
Der Leiter des Dienstleistungsbetriebs, Holger Beck. FOTO: ARFI (Archiv)
Rheinberg. Gestern Abend hat der Betriebsausschuss, das politische Kontrollorgan für den Rheinberger Dienstleistungsbetrieb (DLB) an der Bahnhofstraße getagt. Es ging unter anderem um das Ergebnis für das zweite Quartal dieses Jahres. Von Uwe Plien

Oft genug wird beklagt, dass die städtischen Grünanlagen nicht genug gepflegt werden. Das Gras schießt hoch, das Unkraut wächst, Hecken werden zu selten geschnitten, heißt es. Die Mitarbeiter des DLB können sich bei der Arbeit einiges anhören und sind Kummer gewöhnt. Der Hintergrund ist: Weil die Stadt im Haushaltssicherungskonzept ist und zum Sparen verdammt ist, wurde dem DLB bereits vor zwei Jahren die Grünpflegepauschale um 100 000 Euro pro Jahr gekürzt - von zwei auf etwa 1,9 Millionen Euro. Was bedeutet, dass das Grün in Rheinberg nicht mehr so intensiv gepflegt werden kann.

In der gestrigen Betriebsausschusssitzung legte der DLB dennoch ein gutes Quartalsergebnis für die Monate April bis Juni vor. Mehr als 100 000 Euro Gewinn, das sei erfreulich, konstatierte etwa Michael Kuklinski von der SPD. Das sei allerdings kein Grund, euphorisch zu werden, schob Betriebsleiterin Rosemarie Kaltenbach hinterher: "Das liegt auch an jahreszeitlichen Verschiebnungen." Zwei Mitarbeiter des DLB seien langzeitkrank gewesen, weshalb verschiedene Leistungen zurückgefahren werden mussten - bei Grünflächen und nicht bei der Müllabfuhr. Kaltenbach: "Wir können ja nicht einfach die Tonnen an der Straße stehen lassen."

Im Bericht vermerkt sind auch drei Einbrüche in die Hallen des Betriebsgeländes. Maschinen und andere Werkzeuge wurden gestohlen, der (versicherte) Schaden summiert sich auf etwa 50 000 Euro. Was die Stadt davon ersetzt bekommt, so erklärte es DLB-Leiter Holger Beck, wird sich erst im Ergebnisbericht für das dritte Quartal niederschlagen.

Angesprochen wurden auch ausgewiesene Fremdleistungen, die einige Politiker stutzig machten. Ja, so Beck, auch der DLB vergibt Aufträge an Firmen und kann nicht alles selbst erledigen. Das sei mal eine Kanaluntersuchung zu machen, mal müsse ein zusätzliches Abfallfahrzeug angemietet werden.

Und dann war da noch der Winterdienst. Günter van Wesel (SPD) wunderte sich, dass die Kosten dafür um 35 000 Euro höher lagen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. "Der Winter kam mir relativ mild vor, ich habe ja noch nicht mal meine lange Unterhose rausgeholt", so van Wesel. Das täusche, machte Holger Beck deutlich. "Wir waren oft an der Grenze zum Frost und mussten morgens um vier entscheiden: streuen oder nicht streuen."

Eine grundsätzliche Diskussion stieß der reichlich genervte Michael Kuklinski an, nachdemvor allem CDU-Ausschusssprecher Benedikt Durben zahlreiche Detailfragen, auch zu kleinen Positionen, gestellt hatte. "Es kann nicht sein, dass wir hier über jeden einzelnen Duschkopf und jede Schraube diskutieren", so der SPD-Mann. Das ließ Ausschusssprecher Josef Devers (CDU) nicht gelten: "Hier soll alles transparent gemacht und angesprochen werden, damit wir alle auf dem selben Kenntnisstand sind. Dazu ist dieser Ausschuss schließlich da. Ansonsten würde er doch gar keinen Sinn machen."

Quelle: RP
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