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Rheinberg
Drei Halbzeiten für die Freundschaft

Rheinberg: Drei Halbzeiten für die Freundschaft
Sportlich freundschaftlich gingen die Teams beim Spiel im Emil-Underberg-Stadion miteinander um. FOTO: Olaf ostermann
Rheinberg. Die multikulturelle Mannschaft von Inter Rheinberg spielte im Freundschaftsspiel gegen die Fußballer der Lineg. Das Spiel endete 5 zu 3. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist geplant. Von Peter Gottschlich

In der zweiten Halbzeit war Inter Rheinberg die bessere Mannschaft. Nachdem es nach 45 Minuten 2 zu 2 gestanden hatte, setzte sich die internationale Mannschaft gegen die des Wasserverbandes Lineg mit 5 zu 3 durch. Die Inter-Kicker waren im Emil-Underberg-Stadion konditionsstärker als die Lineg-Kicker gewesen. Nach dem Abpfiff gingen beide Mannschaften in die "dritte Halbzeit". Mehr als zwei Stunden lang saßen die Spieler bei Pizza und kühlen Getränken zusammen, um aus dem Freundschaftsspiel am Dienstagabend Freundschaften entstehen zu lassen.

"Ursprünglich hatten wir das Freundschaftsspiel für den November geplant", erzählte Frank Holzum. "Damals kam es zu den fremdenfeindlichen Anschlägen in Paris. Da hätte ein Freundschaftsspiel für Toleranz gut gepasst. Aber es hatte stark geregnet. Auf den Plätzen des TuS 08 Rheinberg standen Pfützen. Sie waren unbespielbar. Deshalb haben wir das Spiel verschoben." Er ist Spieler und Trainer der Mannschaft der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (Lineg), die zwischen Rheinhausen und Xanten für die Entwässerung und Abwasserbehandlung zuständig ist. Diese Mannschaft kommt nur drei- oder viermal im Jahr zusammen. "Ende August gibt es ein Fußballturnier der Wasserverbände, an dem zum Beispiel der Niersverband oder die Emscher-Genossenschaft teilnehmen", berichtete der Lineg-Trainer. "Vorher trainieren wir zweimal." Dazu kann ein Freundschaftsspiel kommen, wie am Dienstagabend.

"Für uns ist es eine gesellschaftliche Aufgabe, uns für die Integration einzusetzen", sagte Gerd Schmidt-Losse, der sich als stellvertretender Lineg-Vorstand dieses Spiel anschaute.

Dienstagabend ist die Zeit, in der junge Flüchtlinge beim TuS 08 Rheinberg trainieren. "Die Inter-Mannschaft hat sich im August gefunden", berichtete Peter Mokros. "Je nach Wetter kommen 15 bis 25 Spieler zum Training. Manchmal sind es Spieler aus 13 Nationen. Die meisten stammen aus Syrien, dem Irak und Albanien." Bis Ende 2015 trainierte die Inter-Mannschaft auf einem Platz am Melkweg, um Anfang 2016 auf die Anlage an der Xantener Straße zu wechseln.

"Die Spieler sind beim TuS 08 angemeldet", erzählte der Trainer. "Es gibt eine Förderung des Deutschen Sportbundes für die Mitgliedsbeiträge." Die Kicker würden untereinander Freundschaften schließen. Dazu würden sie ein wenig die deutsche Sprache lernen, die auf dem Spielfeld gelte. "In der Mannschaft gibt es auch einen Übersetzer, weil nicht alle Deutsch verstehen", sagte der Trainer.

Dieser Übersetzer war am Dienstagabend gut beschäftigt. Zum Beispiel hatte er den Inter-Kickern das Angebot der Lineg-Kicker zu unterbreiten, sich im nächsten Jahr wieder zu einem Freundschaftsspiel zu treffen. "Es wäre schön, wenn das klappt", meinten Frank Holzum und Peter Mokros.

Quelle: RP
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