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Alpen
E-Bikes - flott und nicht ganz ungefährlich

Alpen. Ein Dutzend Senioren hat mit Elektro-Rädern in Alpen am Sicherheitstraining der Polizei teilgenommen. Von Erwin Kohl

Fahrräder mit elektrischem Hilfsantrieb, so genannte "Pedelecs", erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit. Kein Wunder. Mit dem "eingebauten Rückenwind" lassen sich Steigungen und Gegenwind mühelos meistern. Vor allem ältere Menschen strampeln vermehrt mit technischer Unterstützung. Ein Trend, den Armin Janzen von der Kreispolizeibehörde Wesel mit gemischten Gefühlen sieht: "Auf der einen Seite ist es natürlich zu begrüßen, dass Menschen wieder mobil werden, die das Radfahren aus gesundheitlichen Gründen schon aufgegeben hatten. Auf der anderen Seite beobachten wir mit Sorge die steigende Zahl von Unfällen, an denen Pedelec-Fahrer beteiligt sind."

Mit Tempo 25 sind die motorgestützten Räder deutlich schneller unterwegs als nur mit Muskelkraft bewegte Drahtesel. "Autofahrer unterschätzen das häufig, dazu kommt, dass Pedelecs über deutlich stärkere Bremsen verfügen, mit denen nicht jeder Umsteiger in Stresssituationen zurechtkommt", erklärt Polizistin Janine van Geldern.

Auf dem Schulhof der Alpener Grundschule Zum Wald hat die Kreispolizeibehörde mit Unterstützung der Kreisverkehrswacht deshalb ein erstes Sicherheitstraining angeboten. Die Trainer wandern von Ort zu Ort. Ein Dutzend Alpener Pedelec-Fahrer haben von dem Angebot Gebrauch gemacht. Bevor es auf den abgesteckten Parcours ging, stand zunächst eine theoretische Schulung auf dem Programm. Wie überholt man sicher oder was muss man beim Linksabbiegen beachteten, solchen Fragen ging Polizeikommissarin Andrea Ackermann zunächst mit Computer-Simulationen nach. Darüber hinaus beriet sie die Radler über Sicherheitsaspekte und gab Tipps für den Kauf eines E-Bikes.

Vor allem die Beschleunigung von Pedelecs unterschätzen vor allem Neulinge oft. "Wenn sie den Elektromotor im Stand einschalten, fährt das Rad sofort zügig los, darauf muss man vor allem in der Stadt vorbereitet sein", warnt Janine van Geldern. Das bestätigt Teilnehmer Adolf Kuhnen aus eigener Erfahrung: "Man muss ganz schön aufpassen."

Auch wenn es der Gesetzgeber nicht vorschreibt, raten die Experten dringend, Helm zu tragen. Der hilft aber nur, wenn er ordnungsgemäß sitzt. Armin Janzen erklärte, worauf es ankommt: "Der Kinnriemen muss so eingestellt sein, dass man gerade noch den Daumen dahinter schieben kann." Eine Testfahrt über einen mit Hütchen abgesteckten Parcours und eine kleine Ausfahrt beenden das Training. Für Christine Dittmann hat's sich gelohnt: "Gerade bei der aktuellen Verkehrssituation in Alpen bin ich zuletzt nur noch auf Bürgersteigen gefahren, weil ich Angst hatte. Jetzt fühle ich wesentlich sicherer."

Am Mittwoch, 5. August, findet von 9 bis 13 Uhr auf dem Schulhof der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule, Taubenweg 47, in Sonsbeck ein Pedelec-Training für Senioren statt. Anmeldung unter Tel. 0281 107-7777

Quelle: RP
 
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