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Alpen
Eifer in der Kistentrommel-Werkstatt

Alpen: Eifer in der Kistentrommel-Werkstatt
Malte Kolodzy (r.), hier mit Thorten Felwor und den Kindern Julia, Johanna und Muriel, hat sich über die vielen Teilnehmer gefreut. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Erfolgreicher Start bei den Ferienspielen: Der Cajón-Workshop des Musikvereins Menzelen war komplett ausgebucht. Von Peter Gottschlich

20 Kinder bohrten und schliffen im Garten des Evangelischen Gemeindehauses in Menzelen. Dort bauten sie aus Bausätzen hölzerne Kistentrommeln, sogenannte Cajóns. "Seit zwei Jahren spiele ich Saxophon", erzählte die neunjährige Julia Kolodzy aus Menzelen. "Heute baue und spiele ich eine Cajón."

Wie die anderen Kinder leimt sie zunächst die Seiten, die sie später zusätzlich verschraubt. Zum Schluss schleift sie die Kanten rund und bemalt ihr klangvolles Musikinstrument.

"Das Schleifen ist die meiste Arbeit", sagte Jens Velvendick. Er gehörte als Schlagzeuger des Musikvereins Menzelen zu den zehn Erwachsenen, die den Sechs- bis 14-Jährigen über die Schulter schauten. Von denen setzten sich nicht wenige schon vor dem Schleifen auf ihre Kistentrommeln, um darauf einen Rhythmus zu schlagen.

Selbst wenn der Cajón-Workshop guten Anklang fand, hatte Malte Kolodzy, Vorsitzender des Musikvereins Menzelen, Bedenken gehabt, ihn bei den Alpener Ferienspielen anzubieten. "Wir wussten nicht, wie die Resonanz sein würde", sagte der Menzelener, der selber Schlagzeug spielt. "Wir bieten zum ersten Mal etwas bei den Ferienspielen an. Zudem sind 50 Euro für einen Workshop viel Geld. Aber allein der Cajón-Bausatz kostet schon 40 Euro. Dazu kommt das Honorar für Musiklehrer Jens-Henning Gläsker." Den Raum hatte Pfarrer Dr. Hartmut Becks kostenlos zur Verfügung gestellt."

Der Kurs war ausgebucht. "So etwas ist natürlich Werbung für die Musik und den Musikverein", sagte Malte Kolodzy. "Die Nachwuchsarbeit ist uns sehr wichtig." Schließlich sind von den 50 aktiven Mitgliedern des Menzelener Musikvereins 26 Kinder und Jugendliche. Sie bilden mit den "Musi-Kids" eine eigene Gruppe im Verein, die auch aktuelle Literatur spielt, beispielsweise Musik aus dem Film "Fluch der Karibik". "Wir sind ein generationenübergreifendes Orchester von sieben bis 90 Jahren", sagte der Vorsitzende. "Die Kinder und Jugendlichen haben Orchesteranschluss und können sich auf der Bühne präsentieren."

Selbst wenn die Nachwuchswerbung ein Grund war, den Cajón-Workshop anzubieten, stand bei den jungen Kursteilnehmern die Freude beim Bauen und Spielen ihrer Kistentrommel im Vordergrund. "Die Kinder haben zu einem Musikinstrument, das sie selber bauen, eine ganz besondere Verbindung", so Jens-Henning Gläsker.

Der ausgebildeter Cajón- und Gitarrenlehrer aus Detmold, der den Musikverein bei der musikalischen Ausbildung unterstützt, brachte den jungen Leuten bei, wie sie auf ihrem Instrument ganz unterschiedliche Töne erzeugen können. Zum Beispiel können sie einen tiefen Bass ertönen lassen, wenn sie ihre Handfläche auf das obere Drittel der Kistentrommel schlagen. Oder sie können es klacken lassen, wenn sie die Cajón an den Ecken anschlagen.

Quelle: RP
 
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