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Rheinberg
Ein Ausbau des Kanalnetzes hat höhere Gebühren zur Folge

Rheinberg. Die Starkregenereignisse im Mai und Juni haben dazu geführt, dass den Anwohnern im Rheinberger Stadtgebiet in rund 90 Kellern das Wasser buchstäblich bis zum Hals stand. Aus diesem Grund hat die CDU-Fraktion in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses den Antrag eingebracht, das städtische Abwasserkataster zu aktualisieren und eine Investitionsliste zu erstellen (die RP berichtete). Von Erwin Kohl

Dass die bestehenden Kanäle die Wassermassen nicht aufnehmen können, liegt für den Beigeordneten Dieter Paus in der Natur der Sache: "Unser Kanalnetz ist auf das stärkste zu erwartende Starkregenereignis ausgelegt, das man in einem Zeitraum von fünf Jahren erwarten kann. Nach einer Expertise der Lineg handelte es sich aber im Juni um ein Jahrhundertereignis."

Dass es gegen solch extreme Wetterlagelagen keinen ausreichenden Schutz geben kann, bestätigte auch Erich Weisser. Der CDU-Fraktionsvorsitzende und Deichgräf (Deichverband Poll) nahm deshalb die Hausbesitzer in die Mitverantwortung: "Wir müssen an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren. Eine Rückstauklappe und eine Elementarversicherung sollte jeder haben." Weil aufgrund von Bergsenkungen viele Bestandsdaten der Kanalhöhen nicht mehr stimmen, ist die Aktualisierung des Generalentwässerungsplanes (GEP) ein arbeits- und zeitaufwendiges Unterfangen. Während nach Auskunft der Kohlebergbaubetreiber im südwestlichen Rheinberg von Orsoy bis Annaberg keine weiteren Bergsenkungen zu erwarten seien, sehe die Sachlage in den vom Salzbergbau betroffenen Ortsteilen Borth und Wallach ganz anders aus. "Dort werden wir die Folgen des Bergbaus noch 60 bis 80 Jahre erdulden müssen", prognostiziert Weisser.

Um eine schnellstmögliche Verbesserung der besonders betroffenen Gebiete um den Schwarzen Weg in Wallach zu erreichen, wurde mit der Firma Cavity bereits die Durchführung von Messungen vereinbart, erklärte Dieter Paus. Der Dezernent rügte in dem Zusammenhang die Rheinberger Politiker: "Im Rat wurde immer wieder darüber gesprochen, die Mittel für den Kanal zu kürzen. Nach den Ereignissen im Juni gehen die Diskussionen jetzt wieder in eine andere Richtung. Ich wünsche mir da mehr Kontinuität." Jürgen Bartsch (Grüne) reichen Kanalbaumaßnahmen alleine nicht aus: "Mit Blick auf die Ereignisse in Hamminkeln und die Issel möchte ich darauf hinweisen, dass der Moersbach mitten durch unsere Stadt fließt. Wir sollten daher Vorfluter mit einbeziehen."

Dazu Dieter Paus: "Genau das ist unser Ziel und zeigt, dass die Verwaltung die Dinge sehr ernst nimmt. Eins muss aber auch klar sein: Wenn wir das Kanalsystem anpassen müssen, führt das letztendlich auch zu einer Anhebung der Gebühren."

Quelle: RP
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