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Rheinberg
Ein farbiges Spiel mit Kamera und Licht

Rheinberg: Ein farbiges Spiel mit Kamera und Licht
Sassan Dastkutah (li.) und Marcel Gottwald mit ihrer Ausrüstung auf dem Orsoyer Rheindeich. FOTO: NN
Rheinberg. Sassan Dastkutah und Marcel Gottwald aus Rheinberg spezialisieren sich auf Lichtmalerei - langzeitbelichtete Fotos. Von Uwe Plien

Einige ihrer Fotos erinnern an expressionistische Malerei, andere sehen aus wie aufwendig gemachte Fotomontagen. Sassan Dastkutah und Marcel Gottwald haben sich auf eine besondere Form der Fotografie spezialisiert: Lichtmalerei. Mit Langzeitbelichtungen gelingen den beiden kunstvolle Bilder. "Die machen wir am liebsten, wenn es richtig dunkel ist, dann kommen die Effekte besser raus", sagt Sassan Dastkutah.

Der 42-jährige Dastkutah und der 37-jährige Gottwald sind seit vielen Jahren befreundet, seit rund sieben Jahren begeben sie sich gemeinsam auf die Jagd nach selbstkreierten Motiven. "Das ist eine sinnvollere Beschäftigung als abends vor dem Fernseher zu sitzen", sagt Gottwald, der wie sein Kollege eine normale Spiegelreflexkamera benutzt.

Die Idee, mit der Kamera verrückte Fotogemälde zu produzieren, sei durch ihre Experimentierfreude entstanden, unterstreicht Gottwald: "Wir haben einfach mal was anderes versucht." Dastkutah: "Wir sind im Internet auf Fotos gestoßen, die uns angesprochen haben." Ihre Anfänge seien dilettantisch gewesen, gestehen die beiden Rheinberger: "Wir haben mit Taschenlampen angefangen, haben Namen in die Luft geschrieben oder die Konturen eines Bootes nachgezogen."

Mit den Erfahrungen kamen immer neue Ideen hinzu. "Interessant ist, dass man sich im Dunkeln - meistens in schwarzer Kleidung - im Bild bewegen kann und nicht zu sehen ist, wenn man sich nicht gerade selbst anstrahlt", so RP-Mitarbeiter Dastkutah.

Inzwischen setzt das Duo bei den nächtlichen Trips im Raum Rheinberg unterschiedlichste Hilfsmittel ein. Einen Hula-Hoop-Ring oder einen Besenstiel, an denen bunte LED-Lichterketten befestigt sind. Wird der bunte Ring fotografiert, wenn er sich dreht, sieht er später aus wie eine Kugel. Wer mit dem Besenstiel hantiert, produziert ein ebenso ansehnliches wie farbenfrohes Wirrwarr von Linien. Auch mit Wunderkerzen, etwa an einer Fahrradfelge befestigt, lassen sich gute Effekte erzielen. Brennende Stahlwolle mache sich noch besser, haben die Fotografen herausgefunden. Ihr nächster Plan: Ein Karussell auf einem Spielplatz soll so in Szene gesetzt werden, dass es auf dem Foto aussieht wie ein UFO.

"Die Belichtungszeiten liegen bei 30 Sekunden bis zu einer Minute", so Marcel Gottwald. Nachbearbeitungen am Computer nehmen die Lichtmaler nur selten vor. "Es gibt schon mal einen Weiß-Abgleich", so Gottwald, "aber in aller Regel bleiben die Fotos im Originalzustand."

Sind die beiden Fotografen unterwegs, achten sie stets darauf, niemanden zu belästigen. Das Interesse von Passanten ist ihnen meist sicher. Sassan Dastkutah: "Was wir machen, weckt die Neugierde. Wir werden nicht selten beim Fotografieren angesprochen."

Die Lust am Spiel mit Licht und Kamera und dem Eindruck von dreidimensionaler Gestaltung ist den beiden noch lange nicht vergangen. "Wir können uns gut vorstellen, mit unseren Fotografien mal eine Ausstellung zu machen", sagt Sassan Dastkutah.

Quelle: RP
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