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Rheinberg
Ein fröhliches Fest für die Integration

Rheinberg: Ein fröhliches Fest für die Integration
Die Tafel Rheinberg hatte ein Glücksrad mit tollen Preisen aufgebaut, hier hilft Jutta Krzoska von der Tafel Ajshe (9), sich einen Preis auszusuchen. FOTO: Ostermann
Rheinberg. Beim "Sommerfest der Kulturen" am Melkweg gab es persönlichen Austausch, Sport und Genuss. Von Alexander Florié-Albrecht

Eine fröhliche und lebensbejahende Atmosphäre herrschte auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft am Melkweg. Zahlreiche ehrenamtIlche Helfer, die Rheinberger Flüchtlingshilfe, der Arbeitskreis "Runder Tisch Asyl", die "Rheinberger Tafel" und die Stadt hatten zusammen zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt - von der Hüpfburg über Schminkstand und Glücksrad bis zum Essen- um den Gästen des dritten "Sommerfests der Kulturen" deren Vielfalt nahe zu bringen.

"Wir haben viele Nationen hier am Start und viele Deutsche, die sich mit einbringen", unterstrich die Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach die "gute Zusammenarbeit" aller Beteiligten. "Als Anfang von etwas ist das gut hier", unterstrich Betreuer Jussef Jussef die Bedeutung der Unterkunft, in der aktuell nur noch vier Bewohner leben. "Die anderen hier sind oder gehen in eigene Häuser und Wohnungen", so Britta Jacob, die neue Ehrenamtskoordinatorin der Stadt.

Zum Auftakt ließ es sich der Rheinberger Bürgermeister Frank Tatzel nicht nehmen, sich persönlich beim Fachbereich Soziales und allen ehrenamtlichen Helferinnen für ihr Engagement zu bedanken. "Es ist wichtig, dass die Bürger der Stadt an dem Leben der Menschen hier teilhaben und sich untereinander austauschen." Tatzel und Kaltenbach deuteten an, dass die Stadt darüber nachdenkt, das Fest im kommenden Jahr in die Stadt zu bringen und eventuell in das Stadtfest zu integrieren.

Anschließend konnten sich die im Verlaufe des Nachmittags eher spärlich kommenden Gäste verschiedene kulinarische Köstlichkeiten wie selbstgemachten Döner, Kuchen und Kaffee, türkischen Tee, arabische Musk und viele Gespräche im Innenhof genießen.

Mitorganisatorin Leonie Jordan verkaufte an einem kleinen Tisch Wertmarken "Das ist toll auch für die Flüchtlinge, die werden hier aus ihrem Terror rausgeholt, können feiern und so integriert werden." Die Menschen seien "stolz, dass sie akzeptiert werden", meinte ihre Tochter Silke. Das galt auch für die "gute Seele" des Melkwegs, den Syrer Ali Khaled, der das Kebabgrillen organisierte. "Alles gut heute, alles schmeckt", sagte er lächelnd. Auch die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde beteiligte sich mit einem Dönerstand. "Für die Menschlichkeit" - das sei der Antrieb zur Teilnahme, machte der erste Vorsitzender Achmed Tilki deutlich.

Auf der rückseitigen Wiese nutzten vier Flüchtlingsteams - zwei aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Orsoy und zwei vom Melkweg - bei einem kleinen Fußballturnier die Gelegenheit, ihren gemeinsamen Spaß am Kicken auszuleben.

"Sport ist wichtig", jubelte der 18-jährige Peter Abibacar aus Guinea mit seinem Team bei den Toren mit. "Beim Fussball muss man nicht viel erklären", meinte Peter Mokros vom "Arbeitskreis Asyl", der das Zusammenspiel via Shuttlebus mit möglich gemacht hatte und nur bedauerte, dass wegen des Mangels an Spielern vier deutsche Team absagen mussten.

"Durch Fußball entsteht schnell eine freundschaftliche Ebene" , ergänzte ZUE-Betreuer Amandon Yasarov. Auf den Punkt brachten es die Worte des Syrers Hami al Issa: "Das macht einfach Spaß."

"Das ist toll, alle hier zusammenzubringen", freute sich die Rheinbergerin Petra Platztek, die über ihre Deutschkurse noch den Draht zu dem einen oder anderen Flüchtling hat.

"Alle Leute hier an den Ständen sind höflich und zuvorkommend - mich wundert nur, dass so wenige Rheinberger da sind", sagte Jörg Mowinkel. Am Wetter und an der Gastfreundlichkeit kann es nicht gelegen haben.

Quelle: RP
 
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