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Rheinberg
Ein Haus zum Gruseln für nur einen Tag

Rheinberg. Dirk Fischer (44) in Borth hat für Halloween ein gespenstisches Haus gebaut. Hier wohnen Geister mit vier Kilo Süßem. Von Nicole Maibusch

Dirk Fischer hat ein echtes Faible für Gespensterhäuser. In vielen Freizeitparks sorgen die sogenannten "Haunted Houses" beim mehr oder minder hart gesottenen Publikum für gruseliges Vergnügen. Auch Halloween steht bei dem Mann aus Borth hoch im Kurs. Logische Konsequenz: Unter dem Motto "The Dark Room" baut sich der 44-Jährige sein eigenes Spukhaus Im Eschenholz, wo am 31. Oktober mit Einbruch der Dunkelheit zahlreiche Geister ihr Unwesen treiben sollen.

Vor zwei Wochen hat Fischer angefangen, im kleinen Vorgarten sein rund 30 Quadratmeter großes "Horrorreich" zu errichten. Das ist, nüchtern betrachtet, eine beachtliche handwerkliche Leistung: Rund 100 Quadratmeter Messebauplatten, 400 Schrauben und 250 Meter Kabel für Lichttechnik und Sound haben Fischer und seine sieben Freunde verbaut. Die Innenarchitektur ist dem Gruselkabinett "Hamburg Dungeon" nachempfunden. "Wenn schon Grusel, dann möglichst authentisch", freut sich der Freizeitpark-Fan, der einen vierstelligen Betrag in sein persönliches Geisterhaus-Projekt investiert hat.

Auf der Dach-Balustrade empfangen ein "untotes Brautpaar" und seine "Zombi-Tochter" die Besucher. Das schaurige Familientrio lässt erahnen, was den Besucher drinnen erwartet. Wer's bis dahin nicht begriffen hat, sollte sich das Hinweisschild zu Herzen nehmen: "Enter at your own risk" - Betreten auf eigene Gefahr.

Kaum über die Schwelle getreten, wird es eng und schummerig. Noch sind die Wände weitgehend kahl. Mittels Beamer werden hier spezielle Animationen an die Wand geworfen. Fiese, blutunterlaufene Glubschaugen, eklige Spinnen - in gestochen scharfem HD. Nichts für schwache Nerven also. "Es gibt in den USA eigens Firmen, die solche Animationen herstellen und vertreiben", erzählt Dirk Fischer über das Geschäft mit dem Horror.

Weiter geht's im dunklen Flur des "Borth Dungeon". Nebenan werkelt Freund Thomas Kühnen noch am Käfig und hat eine diebische Freude daran, gleich mal den Geist zu spielen: Die Hand, die plötzlich aus dem Nichts nach einem greift, muss nicht mal bluttriefend sein, um einem einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Der "Dark Room" selbst sieht auf den ersten Blick recht harmlos aus: Ein Wohnzimmer - Typ Gelsenkirchener Barock. "Die Einrichtung habe ich aus einer Wohnungsauflösung", sagt der zweifache Familienvater schmunzelnd. Auffällig ist nur die lila Tapete. "Das Originalmuster der Tapete aus dem Haunted House im Disneyland Paris", so Dirk Fischer. Dann fällt der Blick doch noch auf den eisernen Käfig in der Ecke. "Der Platz für unsere irre Blondine", deutet Thomas Kühnen vielversprechend an. Zu viel wird nicht verraten. Lichteffekte, Nebelmaschinen und andere Spezialeffekte werden hier aber für manch' gespenstische Überraschung sorgen.

Während für die Besucher der Halloween-Abend mit der Dunkelheit beginnt, müssen die Akteure schon gegen Mittag loslegen. "Bis wir alle geschminkt und entsprechend ausgestattet sind, um unsere Gäste zu erschrecken, dauert es", so Dirk Fischer. Der freut sich riesig auf große und kleine Gruselfans. "Es gibt eine kleine Party für alle, die kommen und schauen wollen. Auf die Kinder warten rund vier Kilo Süßes", verspricht der Spukhausherr. Seine eigenen beiden Kinder betrachten Papas Hobby übrigens mit Skepsis. "Sie sagen, ich spinne", sagt Dirk Fischer und lacht.

Wer sich das Halloween-Spektakel anschauen möchte, hat dazu nur am 31. Oktober Gelegenheit. Denn schon am 1. November ist der ganze Spuk wieder vorbei, dann baut Dirk Fischer sein Grusel-Haus wieder ab.

Quelle: RP
 
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