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Rheinberg
Ein Instrument für jedes Alter

Rheinberg. Vorspielstunde in der Akkordeonschule von Burglind Tepner Von Erwin Kohl

Der "Raum der Stille" im Konvikt an der Lützenhofstraße wurde ausnahmsweise zum Musiksaal. Im Rahmen der traditionellen Vorspielstunde der Akkordeonschule von Burglind Tepner präsentierten Schüler von sieben bis 77 Jahren ihre Unterrichtserfolge.

Mit dabei waren auch der Akkordeonspielkreis sowie das Akkordeonorchester. "Alle Kinder sind am Anfang musikalisch. Die Freude an Melodie und Rhythmus steckt in jedem Menschen", weiß Gerhard Tepner aus Erfahrung. Dementsprechend demonstrierten Schüler der Budberger Grundschule vollkommen konzentriert, wie vielseitig das große und schwere Instrument sein kann. Für die meisten war es eine Premiere, vor Publikum zu spielen.

Von Nervosität war bei den Zweit- bis Viertklässlern aber wenig zu spüren. "Gerade die Jüngeren gehen recht unbedarft auf die Bühne. Erst wenn sie älter werden, kommt das Lampenfieber", erklärte Burglind Tepner den zahlreich erschienen Eltern, Großeltern und Geschwistern der Musikschüler. Das bewies auch Jonas Sentop, der mit seiner Lehrerin den "Cowboy-Song" fast routiniert vortrug.

Wer so weit kommen möchte, benötigt einen langen Atem. Gerhard Tepner weiß, dass sich das viele Üben nicht nur musikalisch auszahlt: "Unsere Schüler lernen, dass Disziplin und Ausdauer zum Erfolg führen. Dieses Wissen kommt ihnen auch in der Schule zugute."

Und es gibt diejenigen, die zusätzlich mit reichlich Talent gesegnet sind. Eine von ihnen ist Lia Stermann. "Akkordeonspielen ist gar nicht so schwierig, wenn man es einmal kann. Ich bin seit etwa einem Jahr dabei und übe ein Stück vier bis fünf Mal, dann spiele ich es nach Noten", berichtete die Achtjährige. Weil es bei dem Instrument vor allem auf den Luftstrom ankommt, hat die Schülerin zwischen die Noten Markierungen gesetzt für das Ziehen und Drücken des Balges.

Am anderen Ende der Altersskala bewiesen die 77-jährige Lydia Friede und ihre Mitspielerinnen Marianne Klüh und Irene Linnartz mit der "Petersburger Schlittenfahrt" eindrucksvoll ihr Können. "77, aber flotte Finger. Man kann durchaus mit 50, 60 oder 70 Jahren mit diesem schönen Hobby anfangen", ermunterte Burglind Tepner. Josef Baumann kann das bestätigen. 58 Lenze zählte der Rheinberger, als vor zwei Jahren sein Interesse für das "Schifferklavier" begann.

Mittlerweile wird er vor Familienfeiern gefragt, ob er das Akkordeon mitbringt. Auf Baumann übt das Instrument eine besondere Wirkung aus. "Es ist für mich ein entspannender Ausgleich zum Wechseldienst. Dabei mochte ich das Instrument als Junge überhaupt nicht. Heute weiß ich, dass man darauf auch Rock und Pop spielen kann."

Im Anschluss ans Vorspielen luden die Schülerinnen und Schüler mit dem gemeinsamen Vortrag von Weihnachtsliedern das Publikum zum Mitsingen ein.

Quelle: RP
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