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Rheinberg
Ein Kunstwerk für den Pulverturm

Rheinberg: Ein Kunstwerk für den Pulverturm
Javier Landa Blanco - genannt "Javi" - vor seinem Werk an der Ritterstraße. Sein Lächeln verrät, dass er mit dem Ergebnis zufrieden ist. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Der in Rheinberg mittlerweile bekannte Street-Art-Künstler Javier Landa Blanco aus dem spanischen Städtchen Huarte bei Pamplona hat an der Ritterstraße die Rückseite der alten Pausenhalle veredelt. Ab heute malt er am Alten Rathaus. Von Maximilian Lenz

Die Sonne scheint auf die Pausenhalle an der ehemaligen Maria-Montessori-Schule. Davor steht ein junger Mann und lächelt. Er hat dunkle Haare, viele Tattoos und trägt mit Farbe gesprenkelte Kleidung. Um ihn herum steht ein ganzes Meer aus Spraydosen und Acrylfarben. Der Mann wirkt zufrieden, denn er ist auf bestem Wege, die einst schmucklose Wand der Pausenhalle in ein gelungenes Kunstwerk zu verwandeln.

Sein Name ist Javi und er kommt aus der Nähe von Pamplona, im Norden Spaniens. Die "Initiative rund um den Pulverturm" hat ihn beauftragt, die Wand zur Ritterstraße zu verschönern. Die ursprüngliche Idee der Initiative war es, Alte Kellnerei und Pulverturm visuell zu interpretieren. Weil das wegen der vorhandenen Metallstreben aber nur schwer umsetzbar gewesen wäre, hat man sich nun auf ein vom Künstler neu designtes Motiv geeinigt.

Im Gegenzug hatte dieser angeboten, kostenlos zu Werke zu gehen. Javi, dessen vollständiger Name Javier Landa Blanco ist, kennt sich in Rheinberg mittlerweile schon gut aus, denn es ist nicht sein erstes Projekt in der Stadt. Bereits 2008 war er einer der Künstler, die im Zuge des Art-Jam-Festivals am Rheinberger Jugendzentrum Zuff das Gebäude optisch verschönerten. Ebenso wie ein privates Wohnhaus am Innenwall mit dunklem Anstrich und einem Engelsmotiv. Wie Javi berichtet, ist die Wand der Pausenhalle aber eigentlich nur ein Nebenprojekt. Sein Hauptaugenmerk gilt dem Projekt "Marktlon", die Fortsetzung von "Artlon", das heute beginnt. Sechs Künstler werden am Alten Rathaus die dort bereits befestigten Planen bemalen.

Javier Landa Blanco ist einer von ihnen. Der 33-Jährige hat eigentlich Sportwissenschaften studiert und seine zweite Leidenschaft, die Kunst, als Hobby betrieben. Während eines Austauschjahres an der Universität Göttingen, in dem er an verschiedenen Kunstprojekten rund um die Stadt mitwirken dufte, erkannte er jedoch, dass sich auch mit Kunst Geld verdienen lässt. Heute ist er in ganz Europa und den USA unterwegs, um Kunstprojekte verschiedenster Art und Weise umzusetzen. "Am spektakulärsten war für mich bis jetzt ein Projekt im New Yorker Stadtteil Bronx, da es als eine Art Mekka der Street-Art-Szene gilt", berichtet Javi in einwandfreiem Deutsch. "Aber auch hier in Deutschland, insbesondere in Rheinberg, fühle ich mich sehr wohl und komme immer wieder gerne hierher".

Die Wand an der ehemaligen Maria-Montessori-Schule ist nach sechs Stunden Arbeit mittlerweile gut gefüllt. Vermutlich brauche er noch zwei weitere Stunden für den richtigen Feinschliff, schätzt der kreative Spanier. Seine Arbeit versteht er ganz klar als Wandmalerei und nicht etwa als Graffiti.

Seinen Stil und das Motiv beschreibt er als "eine Brücke zwischen klassisch und modern" und "einen Mix aus Halbrealismus und Grafischem". Es sei Kunst für jedermann und lasse eine Menge Interpretationsfreiheit für den Betrachter. So bleibt etwa offen, ob es sich bei der Person auf dem Bild um einen Mann oder eine Frau handelt. Um ein Kind oder einen Erwachsenen.

Immer wieder kommen Leute aus der Nachbarschaft vorbei und begutachten interessiert den Künstler bei seiner Arbeit. Was er gemalt hat, gefällt ihnen.

Quelle: RP
 
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