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Rheinberg
Ein Sicherheitskonzept regelt die Abläufe im Detail

Rheinberg. Der Orsoyer Karnevalsverein hätte ein Sicherheitskonzept vorlegen müssen - ansonsten hätte die Stadt Rheinberg die Veranstaltung nicht genehmigt. Ein solches Konzept ist aber in aller Regel nicht in drei Wochen (so viel Zeit hätten die Orsoyer gehabt) nicht fertig zu bekommen. Deshalb hat das 1. OKK '99 seinen Antrag auf Genehmigung des Rosenmontagszuges zurückgezogen. Von Uwe Plien

Ein Sicherheitskonzept muss man sich vorstellen wie ein Drehbuch für eine Großveranstaltung. In einem solchen Papier werden für Veranstaltungen wie Karnevalsumzüge relevanten Absprachen zur Sicherheit und zur Organisation festgeschrieben. Insbesondere nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe sind die Bestimmungen drastisch verschärft worden.

In aller Regel stimmen sich bei Sicherheitskonzepten der Veranstalter (also beispielsweise der Karnevalsverein), die Stadtverwaltung, die Polizei, der Rettungsdienst und die Feuerwehr ab. Die beteiligten Behörden oder Organisationen geben Stellungnahmen aus ihrer Sicht ab. Aber: Die Polizei beispielsweise kann einen Karnevalszug nicht einfach absagen - das ist Sache des Ordnungsamtes; sie kann lediglich eine Absage oder die Einforderung eines Sicherheitskonzeptes empfehlen.

So ist es auch im Fall Orsoy geschehen. Aspekte, die in Sicherheitskonzepten zum Tragen kommen, sind Verkehrsfragen wie Straßensperrungen, ein Glasverbot, eine Meldekette (wer ist wofür verantwortlich und wie erreichbar?), Lagepläne, die Einrichtung eines Einsatzzentrums mit Behandlungsraums und natürlich die erforderliche Anzahl der Ordnungskräfte. Bei der Berechnung solcher Größen helfen entsprechende Programme. Für den Rettungsdienst etwa gibt es das "Maurer-Papier" - ein Modell, das bei Eingabe entsprechender Faktoren berechnet, wie viele Ordnungskräfte und Rettungsfahrzeuge für den Einsatz benötigt werden.

Die Umsetzung funktioniert nur im Zusammenspiel aller Beteiligten und nur dann, wenn klare Verantwortlichkeiten verteilt werden und es nicht bei der Theorie bleibt. Von Vereinen, die mit solchen Sicherheitskonzepten arbeiten, ist zu hören, dass die Erarbeitung dieser Papiere nicht Wochen, sondern wenigstens Monate braucht. Der Orsoyer Karnevalszug konnte bisher immer ohne Sicherheitskonzept stattfinden.

Quelle: RP
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