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Alpen
Ein Team ergreift Partei für Alpens Kinder

Alpen: Ein Team ergreift Partei für Alpens Kinder
Engagieren sich für Alpener Familien (von links): Irmgard Gräven, Gudrun Marcath-Winschuh, Wina Ridder, Stefanie Lehmbrock, Natalie Heilen, Heilpädagogin Emmie Braems und unten Angela Holl sowie Kerstin Mosters. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Seit einem halben Jahr ist der neue Vorstand des Kinderschutzbundes im Amt. Der Verein macht Angebote für Familien zu den Themen gesunde Ernährung, Spiel, Bewegung und Bildung und bietet Hilfe in allen Lebenslagen an. Von Nicole Maibusch

Auch wenn die Situation auf dem Land vergleichsweise gut ist - nicht jedes Kind hat das Glück, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. "Auch in unserer Gemeinde ist zum Beispiel die Zahl der Alleinerziehenden gestiegen", sagt Irmgard Gräven, Vorsitzende des Ortsverbandes Alpen im Deutschen Kinderschutzbund. Und bei denen sehe es finanziell oft nicht rosig aus, ebenso wie bei Familien, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. "Hinsehen, zuhören, helfen" lautet deshalb der Dreiklang, mit dem der Kinderschutzbund vor allem das Leben der Kleinen in der Gemeinde verbessern möchte.

Dabei kommt es dem Kinderschutzbund auf eines an: "Wir wollen integrieren, nicht ausgrenzen", betont Gräven. Deshalb richten sich die Angebote stets an alle Kinder der Gemeinde. Die einfache Regel: Wer es sich leisten kann, zahlt, für alle anderen Kinder ist die Teilnahme kostenlos.

Seit einem halben Jahr ist nun ist der neue Vorstand des Alpener Kinderschutzbundes im Amt und sieht sich gut aufgestellt. Zum Team um Irmgard Gräven gehören Wina Ridder, Stefanie Lehmbrock, Natalie Heilen, Kerstin Mosters, Gudrun Marcath Winschuh, Angela Holl, Verena Schulze, Emma Braems sowie Irmtraut Gluzek. "Alle kommen aus unterschiedlichen Berufen und bringen unterschiedliche Kompetenzen mit", freut sich die Vorsitzende. Davon profitiert auch das Angebot, das sich schwerpunktmäßig um die Themenbereiche gesunde Ernährung, Spiel und Bewegung, Bildung, materielle Hilfe sowie Hilfe in allen Lebenssituationen dreht.

Ein Dauerbrenner ist beispielsweise die Aktion "Alpens kleine Köche". Seit elf Jahren läuft einmal im Monat dieser Kochkurs, in dem Kinder lernen, mit gesunden Nahrungsmitteln ein leckeres Essen zubereiten. Über 300 Miniköche haben bereits mitgemacht. "Im Mittelpunkt steht der Spaß am Kochen", sagt "Chef-Köchin" Gudrun Marcath-Winschuh. Erfolgreich war auch ein Ernährungsprojekt in der Grundschule Zum Wald: Alle acht Klassen haben sich auf die Spur von Zucker und Fett begeben (RP berichtete ausführlich). "Für die Kinder war überraschend, welchen Lebensmitteln wie viel Zucker enthalten - das vergessen sie nicht mehr", ist Marcath-Winschuh überzeugt.

Mit der Tafel wurde 2012 die Kühltaschenaktion "Milch und mehr" eingeführt. "Die Tafel bekam immer weniger Molkereiprodukte, weil die Supermärkt beim Einkauf immer knapper kalkulieren", berichtet Stefanie Lehmbrock. Seitdem erhalten KInder eine kleine Kühltasche ge mit Quark, Joghurt oder Milch. "Das wird wertgeschätzt", so Lehmbrock. Das zeige sich auch daran, dass immer noch die "erste Generation" Kühltaschen im Umlauf sei. Bislang sind nur zwei Exemplare verlorengegangen. Finanziert wird dieses Projekt übrigens über Spenden.

Im Durchschnitt 70 Neugeborene pro Jahr heißt der Kinderschutzbund im Auftrag der Gemeinde willkommen. "Wir besuchen die Familien und haben eine kleine Aufmerksamkeit dabei", erzählt Kerstin Mosters. Eine Aktion, die ankommt.

Kreativität und Bildung wird beim Kinderschutzbund ebenfalls großgeschrieben: Zum Programm gehören Kunstkurse in den Oster- und Herbstferien, Bastelkurse, die Kräuterbeet-Aktion oder der Weltkindertag. In diesem Jahr wurde mit der Flüchtlingshilfe und den beiden Kirchengemeinden ein buntes Fest der Begegnung gefeiert. Außerdem werden die Eltern eingebunden: In den Familienzentren und Kindergärten laufen Angebote, um Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Zudem ist der Kinderschutzbund in das Netzwerk "Frühe Hilfen" des Kreises Wesel eingebunden.

Der Kinderschutzbund leistet wichtige Arbeit, die nicht an die sprichwörtlich große Glocke gehängt wird. "Es gibt in Alpen 286 Bedarfsgemeinschaften", sagt Irmgrad Gräven. Hier müsse man nicht nur mit Kleidung, Mobiliar und Lebensmitteln helfen, sondern auch Ansprechpartner bei Streitigkeiten und in schwierigen Lebenssituationen sein. "Wir unterstützen und begleiten, verweisen aber auch ans Jugendamt", so Gräven.

Sie und ihr Team arbeiten auf ehrenamtlicher Basis und sind auf Spenden, aber auch auf die ganz praktische Unterstützung von Mitgliedern und Helfern angewiesen. "Wir möchten uns bei allen bedanken und würden uns freuen, wenn die Zahl unserer Mitglieder weiter steigt", sagt Gräven.

Zum Wohl der Kinder appelliert die Vorsitzende, den Sekundarschul-Standort Alpen zu erhalten. Eine Schule vor Ort sei nicht nur Bildungseinrichtung, sondern trage maßgeblich dazu bei, das soziale Gefüge für Kinder zu erhalten. "Damit unterstützt man auch die Eltern", ist Gräven überzeugt.

Quelle: RP
 
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