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Rheinberg
Ein Verletzter bei Gasunfall am Nordring

Rheinberg: Ein Verletzter bei Gasunfall am Nordring
Die Feuerwehr untersuchte am Nordring auch die Kanäle. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. In einem Gewerbebetrieb in Rheinberg trat gestern Morgen eine größere Menge Kohlendioxid aus. Festgestellt wurde dies, als einem Mitarbeiter eines Nachbarbetriebs schlecht wurde. Die Polizei sperrte das Gebiet großflächig ab. Von Uwe Plien

Im Rheinberger Gewerbegebiet Nordring ist gestern Morgen Kohlendioxid (CO2) in einer größeren Menge ausgetreten. Dabei erlitt ein Mann eine Gasvergiftung. Der 22-jährige Moerser wurde im Krankenhaus behandelt. Der Unfall ereignete sich gegen 7 Uhr, die Polizei sperrte das Gebiet bis 9.40 Uhr ab. An den Zufahrten von der Xantener Straße (L 137, ehemals B 57), leiteten Beamte den Verkehr ab. Evakuiert wurden rund 350 Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten Niederrhein und weitere gut 100 Personen im Umfeld.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Rheinberg - die Löschzüge Mitte und Nord mit rund 50 Ehrenamtlichen -, der Rettungsdienst und das städtische Ordnungsamt waren im Einsatz.

Nachbar Oliver Rettig (li.) wird von der Polizei befragt. FOTO: Fischer Armin

Explosionsgefahr bestand nach Angaben der Feuerwehr nicht. Das Gas stammt aus dem am Nordring ansässigen Unternehmen Cryosolution, das aus CO2 Trockeneis herstellt. Zu den Ursachen für den Gasaustritt machten weder das Unternehmen noch Behörden Angaben. Feuerwehrsprecher Theo Geßmann sagte allerdings, man habe die Stelle, aus der das Gas ausgetreten sei, gefunden und abgedichtet.

Bei einer Messung stellte die Feuerwehr fest, dass der Sauerstoffgehalt in der Luft im Umfeld des Unternehmens unterhalb der kritischen Marke von 21 Prozent lag. Das Kohlendioxid hat sich nach Angaben der Stadt Rheinberg in einer Mulde gesammelt und schwappte dort schließlich auf das Nachbargrundstück über. In der Folge seien auf dem Nachbargrundstück ein Kaninchen und eine Katze verendet.

Festgestellt wurde der Gasaustritt zuerst im benachbarten Unternehmen Metall Edelbau Rettig. "Einem meiner Mitarbeiter wurde plötzlich schlecht", erzählt Inhaber Oliver Rettig. "Dann haben wir die tote Katze entdeckt und gesehen, dass unsere drei Zwergziegen halbtot auf der Wiese lagen und Schaum vor dem Mund hatten. Sie werden inzwischen von einem Tierarzt behandelt."

Betriebsleiter Wolfgang Oberheide sagte, einige Mitarbeiter hätten im Keller des Betriebs gearbeitet, als dem 22-jährigen Moerser plötzlich schlecht geworden sei. Oberheide: "Draußen in einer Senke habe ich dann selbst auch Atemnot bekommen und dann sofort die Feuerwehr gerufen." Die Feuerwehr hat das Gelände, die Halle der Nachbarfirma und die Kanäle mit Hochleistungslüftern belüftet.

Der Einsatz war gestern bereits um 9.40 Uhr beendet. Eine Gefahr für die Allgemeinheit habe aufgrund der sofort eingeleiteten Sperrungen und Evakuierungsmaßnahmen zu keiner Zeit bestanden, versicherte die Stadt Rheinberg. Das Amt für Arbeitsschutz und das Amt für Umweltschutz wurden eingeschaltet. Die Ermittlungen zur genauen Ursache dieses Gasaustrittes laufen noch.

Quelle: RP
 
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